Seit einem Jahr ermittelt die Polizei gegen eine rechte kriminelle Vereinigung im Umfeld der rechten Hooligan-Gruppe „Inferno Cottbus“. Nun gab es Hausdurchsuchungen in verschiedenen ostdeutschen Bundesländern.

Am Mittwoch Morgen durchsuchte die Polizei mit mehreren hundert Einsatzkräften gleichzeitig zahlreiche Wohnungen, Geschäfte und weitere Objekte bei bekannten rechten Hooligans. Allein in Brandenburg sollen dabei rund 30 Objekte überprüft worden seien, die meisten davon in Cottbus. Hier lag der besondere Focus der Polizeiaktion.

Durchsuchungen gab es zudem in Hennigsdorf, Kolkwitz, Frankfurt (Oder), in Görlitz (Sachsen), Kühlingsborn (Mecklenburg-Vorpommern) und den Berliner Bezirken Marzahn und Lichtenberg.

Bereits seit April 2018 laufen die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen ein faschistisches Netzwerk rund um die rechte Hooligan-Gruppe „Inferno Cottbus“. Vorermittlungen sollen dabei bis Anfang 2017 zurück gehen. Damals kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen der Gruppe und anderen Fangruppen, außerdem zu Bedrohungen, Hausbesuchen und Gewalttaten gegen MigrantInnen und Linken.

Offiziell hatte sich die Gruppe im Mai 2017 aufgelöst. Sie agiert jedoch genauso wie vorher weiter, taucht nur nicht mehr mit ihrem Namen im Stadion und der Stadt Cottbus auf. Mit der vermeintlichen Selbstauflösung wollte die Gruppe wohl einem Verbot zuvor zukommen. Laut Angaben der Polizei richtet sich das Verfahren gegen 20 Beschuldigte. Bei den Durchsuchungen wurde niemand festgenommen.

Rechte Bewegung in Cottbus

In Cottbus gibt es seit langem eine starke und gut vernetzte rechte Bewegung. Diese ist durch zahlreiche Geschäfte (Tattoo-Studio, rechtes Mode-Label, Security-Firma etc.) zudem finanziell und personell besonders gut aufgestellt. Gleichzeitig besteht eine enge Verflechtung mit dem lokalen fremdenfeindlichen Verein „Zukunft Heimat“, sowie zur AfD und der Identitären Bewegung.

Im vergangenen Jahr sorgte die Gruppe mit einem Auftritt in Kostümen des faschistischen Ku-Klux-Klans bei der Aufstiegsfeier des Fußballvereins Energie Cottbus bundesweit für Aufsehen. Auch bei den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz Ende August 2018 sollen Mitglieder der Gruppe beteiligt gewesen sein.

In der Vergangenheit wurden die Rechten in Cottbus immer wieder von Stadt und Behörden hofiert. Oftmals wurden sie erst, nachdem AntifaschistInnen an die Öffentlichkeit gingen, überhaupt tätig.