Am 17. April fanden in Indonesien Präsidentschaftswahlen, nationale Wahlen und regionale Parlamentswahlen gleichzeitig statt. Die Regierung hatte alle auf einen Tag gelegt, um die Kosten zu senken. Das haben bisher mindestens 270 WahlhelferInnen mit ihrem Leben bezahlt. Die Regierung will die Familien entschädigen. Der Wert eines Lebens: 2.300 €.

Rund 200 Millionen Wahlberechtigte gibt es im asiatischen Land Indonesien, das aus über 18.000 Vulkaninseln besteht. Sie haben am 17. April gleich fünf Mal ihre Stimme abgeben sollen. Insgesamt gab es 245.000 Kandidaten und rund sieben Millionen WahlhelferInnen.

Bei extrem heißen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit werden seitdem Stimmen ausgezählt, in Schichten von bis zu 30 Stunden. Infolge von Erschöpfung und Überlastung durch die Arbeit sind mittlerweile bereits 272 HelferInnen verstorben, mindestens 2.000 sind erkrankt.

Der Staat will den Familien der Verstorbenen Entschädigung zahlen und hat auch schon einen Betrag festgelegt: 36 Millionen indonesischer Rupiah. Der Wert eines Lebens, das durch Arbeit vernichtet wurde: knapp 2.300 Euro.

Offizielles Ergebnis in einem Monat

Am 22. Mai erst sollen die Ergebnisse offiziell verkündet werden. Bei den Präsidentschaftswahlen stehen sich der amtierende Präsident Joko Widodo und Prabowo Subianto gegenüber. Der Unternehmer Joko Widodo versucht sich vermehrt, die Unterstützung von islamischen Fundamentalisten zu sichern, sein Vizepräsidentschaftskandidat will Homsexualität unter Strafe stellen. Der Gegenkandidat Prabowo Subianto ist ein ehemaliger General unter der faschistischen Diktatur Haji Mohamed Suharto und dessen Schwiegersohn.