Zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt wird die Getreideernte nicht genügen, um den globalen Verbrauch zu decken. Gleichzeitig dient zum Beispiel in Deutschland ein Fünftel des Ackerlandes der Produktion von Biogas und -sprit.

Sowohl die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als auch der Internationale Getreiderat gehen davon aus, dass die erwartete Gesamternte von 2,66 Milliarden Tonnen Getreide im Agrarjahr 2018/19 nicht genügen wird, um den weltweiten Bedarf zu decken. Laut der FAO falle die Ernte dafür um 30 Millionen Tonnen zu gering aus.

Zwar bedeutet das noch keine weltweite Hungersnot, doch auch die weltweiten Vorräte schrumpfen: laut Getreiderat in diesem Agrarjahr wohl um 44 Millionen Tonnen und im nächsten um weitere 28.

Grund für dieses Defizit ist unter anderem die letztjährige Dürre, die allein in Europa die Getreideernte um etwa sechs Prozent vermindert hat. Laut Deutschem Wetterdienst war es hierzulande die längste Dürreperiode seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung.

Während nun die Ernte rückläufig ist, steigt parallel dazu der weltweite Verbrauch weiter an. Insbesondere durch den steigenden Verzehr von Fleisch und die Zunahme der Erdbevölkerung, beispielsweise in China, ergibt sich zwangsläufig ein höherer Verbrauch von Getreide als Futterpflanzen.

Diese Tatsache hatte in den vorherigen Jahren auch eine größere Getreideproduktion bewirkt. Laut FAO-Ökonom Abdolreza Abbasian mache sich dies vor allem in der Maisproduktion bemerkbar. Dieser wird aber nicht nur zur Futter-, sondern auch zur Biokraftstoffproduktion verwendet.

Auch in Deutschland wird das mehr und mehr sichtbar. So entfallen zwei Drittel der Fläche, die für den Anbau von Energiepflanzen genutzt wird, auf Maisfelder. Und während die Getreidevorräte schrumpfen, wuchsen bereits 2017 auf einem Fünftel der Ackerfläche Pflanzen, die nicht für die Ernährung bestimmt sind.