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8. Mai – Tag der Befreiung

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Am 8. Mai 1945 endete der zweite Weltkrieg in Europa, und der Hitler-Faschismus wurde zerschlagen. Dennoch wissen heute nur noch wenige von diesem Datum und seiner Bedeutung. Wir wollen uns jedoch an diesen Tag erinnern und ihn feiern. – Ein Kommentar von Max Rose

Der Faschismus legte Deutschland und halb Europa in Trümmer, Millionen Soldaten ließen in den größten Menschenschlachten der Geschichte ihr Leben. Millionen Menschen fanden ihre Städte in Trümmern wieder, als sie heimkehrten und Millionen Menschen wurden in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet.

Profit mit Faschismus und Krieg

Für alle Völker war dieser Krieg ein verheerender, und dennoch gab es einige wenige Profiteure: Konzerne, die im Krieg viel Geld durch die Aufrüstung gemacht haben oder durch die ZwangsarbeiterInnen aus den Konzentrationslagern an billige Arbeitskräfte kamen.
Diese wenigen Nutznießer haben sich am Krieg und dem Leid der Völker fett gefressen.
So der Konzern Bayer, der damals noch IG-Farben hieß und das Gas Zyklon B herstellte, mit dem in den Gaskammern Millionen von Sinti und Roma, JüdInnen, RumänInnen, SerbInnen, politischen Gefangenen,… ermordet wurden. Es waren diese Konzerne in Deutschland, Europa und den USA, die den Faschismus an die Macht gebracht haben und durch diesen Faschismus ihren Profit mehren konnten.

Während Millionen von Menschen in ausgebombten Städten schliefen, nach Essen suchten und nicht wussten, wie sie den nächsten Tag überstehen konnten, verspiesen die Fabrikbesitzer und Kriegsprofiteure weiter ihren Braten und tranken Champagner. Für die Konzerne aller imperialistischen Länder hat sich der Krieg mehr als gelohnt und Millionen in die Kassen gespült. Das Leiden der Menschen spielte für sie nur eine nebensächliche Rolle in der Geschichte.

Tag der Befreiung

Doch für uns ist das Leid der Mensch, das durch Faschismus und Krieg erzeugt wurde, nicht nebensächlich. Wir haben die Gräueltaten des Faschismus nicht vergessen. Der Faschismus verstärkte die Unfreiheit, die Ungleichheit und negierte die Geschiwsterlichkeit. Er brachte Hunger, Not und Krieg für die ArbeiterInnen, aber für die Reichen und Mächtigen brachte er nie da gewesenen Profit.

Es waren schließlich die Rote Armee und ihre Verbündeten, die Europa und das deutsche Volk vom Joch der Tyrannei befreiten. Die versuchten die Generäle und obersten Kriegstreiber zu fassen und zu bestrafen. Sie waren es, die dem hungernden und leidendem Volk, Brot und die Möglichkeit zum Neuanfang gaben.

Es war ein Zeit mit vielen gemischten Gefühlen. Die KZ wurden geöffnet und Millionen Menschen erwachten aus einem Komazustand. Sie lachten und weinten, sie feierten und trauerten um verlorene Angehörige und Freunde, und mancher nahm sich das Leben im Bewusstwerden seiner Taten.

Widerstand hat viele Namen

Doch nicht allein der Roten Arme haben wir den Sieg über den Faschismus und das Überleben von Millionen Menschen zu verdanken. Auch in Deutschland regte sich von Anfang an Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) unter Ernst Thälmann führte einen entschlossenen Kampf gegen Faschismus und Krieg und baute im ganzen Land Widerstandsgruppen auf.

Aber nicht nur die KommunistInnen leisteten Widerstand. Auch Christen, Studierende, AnarchistInnen und vor allem Jugendliche erklärten dem Faschismus den Krieg und kämpften unter Einsatz ihres Lebens für die Befreiung Deutschlands. Seien es die Mitglieder der Weißen Rose, die Flugblätter verteilten, oder die Edelweiß-Piraten, die Bahngleise sprengten und damit den Kriegsnachschub unterbanden. Im Kampf für ein freies Deutschland ließen sie ihr Leben.

Gedenken und kämpfen

Wir sollten heute der Millionen Menschen gedenken, die Opfer des Nationalsozialismus wurden und jener, die im Krieg ihr Leben ließen. Auch müssen wir uns bewusst machen, welches Opfer die WiderstandskämpferInnen in Deutschland erbracht haben, und uns heute für ihr Andenken einsetzen.

Ebenso müssen wir Erinnerung an sie dafür eintreten, dass sich nie wieder Faschismus und Krieg in unserer Welt breit machen können. Heute sitzen wieder FaschistInnen in unseren Parlamenten und Behörden. Heute finden wieder Hetzjagden statt und Flüchtlingsunterkünfte brennen. Gemeinsam müssen wir gegen diesen Rechtsextremismus und eine erneute Zerstörung Deutschlands eintreten.

Wir müssen uns organisieren und einen antifaschistischen Widerstand aufbauen, in der Tradition und dem Gedenken an die Kämpfer und Kämpferinnen vor uns, damit alle Kämpfe zuvor nicht vergebens waren.