„Atomwaffendivision Deutschland“ legt Flyer in der Goethe-Universität aus, in denen sie zum Mord an Muslimen, Imamen und Rabbinern aufruft. In den USA wird die Gruppierung mit mehreren Morden in Verbindung gebracht.

 Nazi-Symbole und Aufrufe zum Terror: Im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt lagen Anfang April Flugblätter einer militanten faschistischen Gruppierung aus. Die „Atomwaffendivision Deutschland“ ruft darin unter anderem zum Mord an Muslimen, Imamen und Rabbinern auf, sowie zum „totalen Bürgerkrieg“. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, seien die Flugblätter in den Bücherregalen verteilt gewesen. Das Bibliothekszentrum befindet sich im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend. Polizei und Universität bestätigten gegenüber der Zeitung, die Flyer hätten neben „Aufrufen zu Gewalt und Gewaltdarstellungen“ auch „verfassungswidrige Symbole“ enthalten. Der Staatsschutz würde nun ermitteln.

Der Name „Atomwaffendivision Deutschland“ ist nicht unbekannt. In den USA ist eine Gruppierung gleichen Namens seit etwa 2015 aktiv. Nach Angaben des Southern Poverty Law Center (SPLC), einer Nichtregierungsorganisation in den USA, sei die Gruppierung „als terroristisch und nationalsozialistisch“ einzustufen und in Zellen organisiert. Angeblich aus einem radikalen Online-Forum entstanden, tue sich die Gruppierung durch besonders drastische Gewaltdarstellungen und -aufrufe sowie eine „apokalyptische Ideologie“ hervor. Ihre Anhänger, nach Medienberichten etwa achtzig, werden in den USA mit fünf Morden in Verbindung gebracht.

Der Frankfurter Vorfall ist nicht der erste Hinweis auf Aktivitäten der „Atomwaffendivision“ in Deutschland. Bereits im Juni 2018 hatten deutsche Sicherheitsbehörden Hinweise auf die Existenz der Gruppierung erhalten, wie eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag ergab. Im selben Monat erschien im Internet ein Video der Gruppe. Darin posierte ein Vermummter vor einer Hakenkreuz-Fahne und drohte mit verzerrter Computerstimme: „Die Messer werden schon gewetzt.“ Im November 2018 tauchten dann Flugblätter an der Berliner Humboldt-Universität auf, die denen in Frankfurt ähnlich sind. Damals wurde ebenfalls der Staatsschutz eingeschaltet. Die Ermittlungen führten jedoch nicht „zur Namhaftmachung einer tatverdächtigen Person“.