In den vergangenen Tagen wurden immer neue Details über die Kontakte zwischen Martin Sellner und dem Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant sowie um die Hausdurchsuchung bei Sellner bekannt.

Löschen von E-Mails

Am Tag der Hausdurchsuchung soll Martin Sellner 41 Minuten, bevor die Polizei zur Hausdurchsuchung vor seiner Tür auftauchte, die Mails zwischen ihm und dem Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant von seinem E-Mail Konto gelöscht haben.

In den Mails bedankte sich Sellner unter anderem für eine von Tarrant erhaltene Spende über 1.500 € und lud ihn ein, ihn in Wien zu besuchen. „Wenn Du mal nach Wien kommst, müssen wir einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen“, so Sellner zu Tarrant. Auch Tarrant bestätigte, dass man dieselbe Ideologie vertrete und Sellner jederzeit in Australien und Neuseeland willkommen sei.

Polizei klopfte zwölf Minuten an der Haustür

Laut einem Aktenvermerk der Polizei, der verschiedenen österreichischen Medien vorliegt, traf die Polizei am Tag der Hausdurchsuchung um 13 Uhr an der Wohnung von Martin Sellner ein. Dieser öffnete die Wohnungstür trotz „beharrlichem Klopfen und dem verbalen Ersuchen um Öffnung der Wohnungstür“ der Beamten zunächst nicht.

Dem Aktenvermerk zufolge sollen die eingesetzten Beamten ganze zwölf Minuten klopfend vor der Wohnungstür gewartet haben, bis Sellner die Tür freiwillig öffnete. Ein vollkommen ungewöhnliches Verhalten bei einer Hausdurchsuchung eines Terrorverdächtigen.

Unterstützung von Verschleierung?

„Die Beamten gaben ihm sogar vor Ort noch genügend Zeit für Verdunkelungshandlungen und warteten zwölf Minuten, bis dieser freiwillig aufmachte; eine völlig unübliche Vorgehensweise bei Hausdurchsuchungen“, sagt Stephanie Krisper, Abgeordnete der Partei NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum.

Hier entsteht der Verdacht, dass Sellner eventuell vor der Hausdurchsuchung gewarnt wurde und ihm genug Zeit gegeben werden sollte, etwaige Beweise für strafbare Handlungen zu vernichten. Verschiedene österreichische PolitikerInnen kündigten an, dass man nach einem möglichen Informanten Sellners im Innenministerium suchen wolle.

Während die Polizei vor seiner Türe wartete, versuchte Sellner, unter anderem sein Handy in einem Blumentopf in seiner Wohnung zu verstecken, damit dieses bei der Durchsuchung nicht entdeckt und mitgenommen würde. Im Laufe der Hausdurchsuchung soll er das Handy dann freiwillig herausgegeben haben.

Die Hausdurchsuchung war bereits die zweite innerhalb eines Jahres bei dem Chef der österreichischen „Identitären Bewegung“.

Finanzielle Unterstützung vor allem aus Deutschland

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat Sellner vor allem aus Deutschland finanzielle Unterstützung in Form von Spenden bekommen. So sei der Großteil der im Jahr 2018 gespendeten 20.000 Euro von etwa 250 Personen aus Deutschland gekommen.