In Polen gedachten 10.000 Teilnehmende der Opfer der Shoa. Der „Marsch der Lebenden“ zog vom ehemaligen Stammlager Auschwitz zum Vernichtungslager Birkenau.

Die Lagerkomplexe rund um Auschwitz, Birkenau und Monowitz, stehen stellvertretend für die systematische Vernichtung jüdischen Lebens in Europa zur Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Durch die Nationalsozialisten und deren Verbündete wurden sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. Erst am 27. Januar 1945 konnte die Rote Armee das Lager befreien.

Am gestrigen 2. Mai bestritten rund 10.000 Menschen den „Marsch der Lebenden“ und gingen den drei Kilometer langen Weg von Auschwitz bis nach Birkenau. Sie wollten damit ein symbolisches Gegengewicht zu den „Todesmärschen“ setzen, bei denen die Nationalsozialisten von Mitte bis Ende Januar 1945 zehntausende Menschen Richtung Westen „evakuierten“. Bei diesen Märschen sind zusätzlich tausende Menschen durch Erschöpfung oder Erschießung ermordet worden.

Seit 1998 gibt es diesen Gedenkmarsch, an dem in diesem Jahr sechzig Überlebende der Shoa teilgenommen haben. Laut Veranstalter befanden sich viele jüngere Menschen unter den Teilnehmenden, die gegen Antisemitismus und Rassismus demonstrierten.

Auch in Israel wird am 2. Mai Jom haScho´a begangen, der Gedenktag für die Opfer der Shoa und des jüdischen Widerstands. Dabei heulen im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen und das soziale und wirtschaftliche Leben ruhen. Den ganzen Tag sind öffentliche Einrichtungen geschlossen und im Radio oder im Fernsehen laufen keine Unterhaltungssendungen.

Neben den jüdischen Opfern ermordeten die Nationalsozialisten auch eine halbe Million Sinti und Roma, Homosexuelle, psychisch Kranke, Anarchisten, Revolutionäre und Kommunisten.