Arbeit „zum Wohl der Gesellschaft“? – Nach einer Debatte im letzten Jahr, ob die pausierte Wehrpflicht aufleben sollte, arbeitet die CSU an einem Positionspapier zum „Deutschland-Praktikum“.

Wenn es nach der CSU ginge, wäre künftig jede/r Studierende und Mensch in Ausbildung verpflichtet, ein sogenanntes „Deutschlandpraktikum“ zu absolvieren. In ihrem Positionspapier, das den Namen „Bekenntnis zu Bundeswehr und Bündnissen“ tragen soll und das noch zu beschließen ist, stellt sie ihr Vorhaben genauer vor. Anders als die bisherige Wehrpflicht soll das Praktikum für alle Geschlechter gelten, über die Dauer ist noch nichts bekannt.

„Junge Menschen in Kontakt zur Bundeswehr“

Auch wenn ein Praktikum neben der Bundeswehr ebenso bei „staatlichen, sozialen, ökologischen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen“ absolvierbar ist, verrät schon der Titel des Positionspapiers die Nähe zur Bundeswehr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen begrüßt den Vorschlag: „Wir freuen uns immer, wenn junge Menschen in Kontakt zur Bundeswehr kommen.“

Mit dem Positionspapier verfolgt die CSU das Ziel, sowohl ihr eigenes Profil zu schärfen als auch – erklärtermaßen – das Ansehen der Bundeswehr in der Gesellschaft zu verbessern. Die Süddeutsche Zeitung, der der vierseitige Entwurf vorliegt, weist zudem auf die anstehende Europawahl hin. Möglicherweise sollen SoldatInnen, die sich den etablierten Parteien wenig verbunden fühlen, als WählerInnen zurückgewonnen werden. So richtet die Partei in dem Papier auch dankende Worte an sie: „Wir danken denjenigen, die bereit sind, für unser Land Leib und Leben zu riskieren“.