Die Zahl der Atomtransporte verdoppelt sich. Kaum Sicherungsmaßnahmen gegen Unfälle.

Abseits der öffentlichen Wahrnehmung gibt es jedes Jahr tausende kleinere und größere Atomtransporte in Deutschland. Allein im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind es im Durchschnitt jeden Tag drei bis vier genehmigungspflichtige Transporte. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung NRW auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor.

Im Jahr 2018 wurde demnach allein mehr als 13.000 Tonnen radioaktiven Materials von, nach oder durch Nordrhein-Westfalen bewegt. Bei einem Großteil des Materials handelt es sich um radioaktiven Abfall, der in den Standorten der Gesellschaft für Nuklearservice in Duisburg und Jülich verarbeitet wird. Nordrhein-Westfalen ist aber auch Transitland für radioaktive Stoffe. Unter anderem für Länder wie die Niederlande, Frankreich und die USA.

In den meisten Fällen werden die radioaktiven Materialien ohne jegliche besondere Sicherungsmaßnahmen an der Wegstrecke oder gar einer Information der Öffentlichkeit durchgeführt.

Starke Zunahme der Transporte im Jahr 2018

Im Vergleich zum Jahr 2017 haben die Transporte im Jahr 2018 stark zugenommen. Wurden im Jahr 2017 noch 602 Transporte genehmigt, verdoppelte sich diese Zahl im vergangenen Jahr auf 1.241. Auch die beförderte Menge an radioaktiven Abfällen und Brennelementen ist im vergangenen Jahr um 10,5 % bzw. 1.300 Tonnen angestiegen.

Für die Zunahme der transportierten Menge ist fast ausschließlich die Uranaufbereitungsanlage (UAA) in Gronau verantwortlich. Seit dem Jahr 2013 haben sich deren jährliche Atomtransporte fast verdreifacht.