Die Arbeitslosigkeit steigt leicht an. Die Bundesagentur für Arbeit bereitet sich auf Anstieg von Kurzarbeit vor.

In den vergangenen zwei Monaten hat sich die Zahl der Arbeitslosen erstmals wieder leicht erhöht. Allein von April bis Mai stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen saisonbereinigt um 60.000 an. Dies könnte die Kehrtwende der seit fast zehn Jahren dauerhaft fallenden Arbeitslosenquote sein.

Dies musste auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) Detlef Scheele bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen am Mittwoch in Nürnberg eingestehen. „Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung“, so Scheele. „Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwächt sich auf hohem Niveau merklich ab.“

Gleichzeitig kündigte Scheele an, dass sich die BA auf einen starken Anstieg von Kurzarbeit in verschiedenen Industriebranchen vorbereite. In diesen Bereichen würde bereits jetzt die Zahl der ZeitarbeiterInnen stark zurück gehen.

Auch der Chefvolkswirt der UBS Investment Bank in Deutschland, Felix Hüfner, warnt, dass in den kommenden Monaten die Arbeitslosigkeit zunehmen wird. Er prognostiziert: „Der deutsche Arbeitsmarkt hat seine besten Zeiten wohl schon hinter sich.“

Arbeitslosigkeit steigt insbesondere in den industriell geprägten Landkreisen

Die Auswirkungen einer kriselnden Wirtschaft machen sich meist zuerst in der Industrie und dem sogenannten „verarbeitenden Gewerbe“ bemerkbar. Ein besonderer Indikator ist laut Felix Hüfner hier die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen.

Im Mai stieg sie in den industrieintensiven Landkreisen in Bayern und Baden-Würtemberg um 23 bzw. 34% an. Hier war die Quote zuvor jedoch auch besonders niedrig. Im Rest von Deutschland erhöhte sie sich nur um 11% – für Höfner ein deutliches Warnzeichen eines sich anbahnenden größeren Wirtschaftsabschwungs.