Weltweit sind im vergangenen Jahr mindestens 164 AktivistInnen im Zusammenhang mit Protesten gegen Umweltzerstörung ermordet worden. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein.

Die international tätige Nichregierungsorganisation (NGO) „Global Witness“ zählt in ihrem jährlichen Bericht zur „Kriminalisierung von Land- und Umweltverteidigern“ für das Jahr 2018 164 Morde an UmweltaktivistInnen auf.

Der Bergbau war mit 43 bestätigten Tötungen der tödlichste Sektor der Welt. Gleichzeitig zeigt der Bericht 2018, dass der Kampf um Trinkwasser sich immer mehr verschärft. 2017 waren auf diesem Gebiet noch 4 Tote verzeichnet worden, 2018 waren es mindestens 17.

Die Länder mit den meisten ermordeten UmweltaktivistInnen waren im Jahr 2018 die Philippinen (30), Kolumbien (24), Indien (23) und Brasilien (20). Am stärksten stieg die Zahl der Morde in Guatemala, hier verfünffachte sich die Anzahl der Toten auf 16. Insgesamt fanden mehr als die Hälfte aller aufgeführten Morde in Südamerika statt.

Oftmals gibt es keine klaren Beweise, wer die AktivistInnen umgebracht hat. Die Organisation macht allein im Jahr 2018 Polizisten für rund 40 Morde verantwortlich. Für weitere 40 sollen Auftragsmörder, kriminelle Banden und Großgrundbesitzer verantwortlich sein. Bei den übrigen Morden sind die Täter unbekannt.

Die AutorInnen des Berichts gehen davon aus, dass die realen Mordzahlen deutlich höher liegen. Aufgeführt werden können jeweils nur die Fälle, die durch Medien und Öffentlichkeitsarbeit bekannt werden. Auch den leichten Rückgang der erfassten Fälle im Vergleich zum Jahr 2017 sehen die AutorInnen nicht positiv, sondern weisen darauf hin, dass sich im vergangenen Jahr die Lage der Pressefreiheit massiv verschlechtert habe und es daher immer schwieriger werde, überhaupt von den Morden zu erfahren.