Erneut ist die Zahl der Menschen, die weltweit unter Hunger leiden müssen, weiter angestiegen. Insgesamt haben rund zwei Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu Nahrung.

Nachdem die Zahl der hungernden Menschen bis zum Jahr 2015 langsam gesunken war, steigt sie in den vergangenen Jahren wieder deutlich an. Das geht aus dem jährlichen Bericht zur weltweiten Ernährungslage hervor, der am Montag von verschiedenen Organisationen der Vereinten Nationen (UN) in New York vorgestellt wurde.

Dem Bericht zufolge haben im Jahr 2018 mehr als 821 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger und Unterernährung gelitten. Damit ist jeder neunte Mensch auf der Welt davon betroffen. Allein in Afrika leiden demnach 20% der Bevölkerung Hunger. In Asien sollen es 11% und in Lateinamerika und der Karibik rund 6,5% sein.

1,3 Milliarden haben keine Ernährungssicherheit

Zusätzlich zu den 821 Millionen dauerhaft hungernden und unterernährten Menschen rechnet der Bericht nochmals 1,3 Milliarden Menschen hinzu, die zumindest zeitweise nicht in der Lage sind, sich mit Nahrung in ausreichender Menge oder Qualität zu versorgen. Insgesamt sind damit zwei Milliarden Menschen – rund 26% der Weltbevölkerung – von Hunger und mangelnder Ernährungssicherheit betroffen. Auch in Europa und Nordamerika sollen rund 1% der Bevölkerung unter Hunger und 7% unter fehlender Ernährungssicherheit leiden.

Ziele werden verfehlt

„Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, werden wir unsere Ziele verfehlen“, schreiben die Chefs der UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO, des Welternährungsprogramms WFP, der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Kinderhilfswerks Unicef in ihrem Vorwort zum Bericht. Eigentlich hatten die Vereinten Nationen sich vorgenommen, den Hunger auf der Welt bis ins Jahr 2030 vollständig zu besiegen. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass es eher in die andere Richtung geht.

Gleichzeitig nehmen Übergewicht und Fettleibigkeit ebenfalls zu

Parallel zum Hunger nimmt auch die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Menschen immer weiter zu. Der Bericht zählt 338 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche sowie 672 Millionen fettleibige Erwachsene. Zusammen macht das über eine Milliarde Betroffener. Rund vier Millionen Todesfälle sollen im Jahr 2018 in Verbindung mit Übergewicht verzeichnet worden sein.