Rund 39 Jahre nach der Einverleibung der DDR durch die BRD gleicht sich das Armutsrisiko zwischen Ost und West immer weiter an. Ein Grund zum Feiern? Wohl kaum!

Noch immer gibt es Unterschiede in der Einkommensverteilung zwischen Ost und West. Ebenso gibt es im Osten Deutschlands nach wie vor eine durchschnittlich höhere Armutsgefährdungsrate. Diese schrumpft jedoch kontinuierlich, während sie im Westen weiter steigt.

Laut der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2018 waren statistisch gesehen im Osten 17,5 Prozent und im Westen 15 Prozent der Menschen armutsgefährdet. Als armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer im Monat weniger als 1.035 Euro netto zur Verfügung hat. Bei einem Vier-Personen-Haushalt (Zwei Erwachsene und zwei Kinder) liegt die Grenze bei 2.174 Euro.

Während seit 2005 die Armutsquote in Ostdeutschland kontinuierlich sinkt (von 20,4 auf 17,5), steigt diese umgekehrt in Westdeutschland dauerhaft an (von 13,2 auf 15,0). Gleichzeitig bildet sich ein deutlich stärkeres Nord-Süd-Gefälle in Deutschland aus, das jenes zwischen Ost und West bereits überholt hat.

So haben zum Beispiel die westdeutschen Bundesländer Bremen und Nordrhein-Westfalen deutlich höhere Armutsquoten als Hessen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Auch bei der Betrachtung einzelner Städte liegen nördlich gelegene, westdeutsche Städte ganz vorn. Unter den Top fünf der armutsbedrohten Städte kommt mit Leipzig nur eine ostdeutsche Stadt vor: Duisburg (27,4 Prozent), Dortmund (23,9 Prozent), Leipzig (22,0 Prozent), sowie Bremen und Essen (jeweils 21,6 Prozent).

Auch wenn sich die Armutsquoten im Durchschnitt zwischen Ost und West weiter angleichen, so bleiben sie dauerhaft auf einem sehr hohen Stand und verteilen sich weiter extrem ungleich über das Land.