Auf dem Bau, in der Pflege und im Verkauf: Auch im Zeitalter der Digitalisierung ist schwere körperliche Arbeit nicht verschwunden: Fast ein Drittel der Beschäftigten ist sehr häufig oder oft davon betroffen, mehr als die Hälfte muss regelmäßig in ungünstigen Körperhaltungen arbeiten. Besonders betroffen sind Menschen, die Leiharbeit verrichten, gering qualifiziert sind oder Schicht arbeiten.

Das geht aus einer Auswertung des DGB-Index „Gute Arbeit“ hervor. Dieser basiert auf Angaben von rund 8.000 ArbeiterInnen. Der Anteil ist demnach in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben.

Der Analyse zufolge dürfte das damit zusammenhängen, dass auch im boomenden Dienstleistungssektor physische Belastungen an der Tagesordnung sind: Von den Beschäftigten in Pflegeberufen gehören 74 Prozent zu den Betroffenen, in Verkaufsberufen 53 Prozent. Das Geschlecht spielt kaum eine Rolle: Unter Frauen ist die Quote mit 27 Prozent fast so hoch wie unter Männern mit 33 Prozent.

LeiharbeiterInnen und geringer qualifizierte besonders betroffen

Zu den Beschäftigtengruppen, die überproportional oft körperlich harte Arbeit verrichten müssen, gehören LeiharbeiterInnen mit einem Anteil von 53 Prozent. Bei Geringqualifizierten sind es 52 Prozent und bei SchichtarbeiterInnen noch immer 50 Prozent.

Diejenigen, die weniger als 2.000 Euro brutto im Monat verdienen, sind zu 42 Prozent betroffen, diejenigen mit mehr als 4.000 Euro Gehalt nur zu 6 Prozent.

Die harte Arbeit macht sich körperlich bemerkbar

Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind deutlich: Als gut oder sehr gut beschreiben ihre gesundheitliche Verfassung 73 Prozent der Befragten, die nie Schwerarbeit leisten, aber nur 49 Prozent derjenigen, die das sehr häufig tun. Dass sie beruflich bis zum gesetzlichen Rentenalter durchhalten können, bezweifeln 25 Prozent der nie und 69 Prozent der sehr häufig körperlich hart Arbeitenden.

Entlastung? Schwer möglich aber nötig

Entlastungsmöglichkeiten wie zusätzliche Pausen oder ein zeitweiliger Wechsel zu weniger anstrengenden Tätigkeiten stehen 51 Prozent der Betroffenen nie oder selten offen.

Dabei wären sie dringend geboten: Körperlich schwer Arbeitende, die oft in den Genuss von Entlastung kommen, bescheinigen sich zu 57 Prozent einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand, bei denjenigen ohne Entlastungsmöglichkeiten sind es nur 43 Prozent. Vier Fünftel dieser Befragten gehen davon aus, dass bessere Arbeitsbedingungen sich positiv auf ihre Gesundheit auswirken würden.