In der vergangen Nacht wurde ein Anschlag auf die Wohnung der Linken-Politikerin Ramona Gehring in Zittau verübt. Gehring, die als Stadträtin Zittau arbeitet, wie auch ihre Tochter und Enkelin befanden sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung.

Es wurde ein Sprengkörper auf die Fensterbank des Mehrfamilienhauses in der Heinrich-Mann Straße gelegt. Dieser diente als Sprengsatz und wurde gegen 23:15 Uhr gezündet. Die Explosion war bis in einen anderen Stadtteil namens Oberndorf vernehmbar. Das berichtet Jens Hetschel-Töricht, Chef der Linken-Fraktion im Stadtrat.

Als Folge der Explosion zerbrachen sieben Scheiben, im dazu gehörigen Zimmer befand sich glücklicherweise niemand. Es wurde jedoch ein enormer Sachschaden verursacht.

Ermittlungen zur Explosion

In dem Fall ermitteln nun Beamte der „Soko-Rex“, des polizeilichen Terrorismus- und Extremismus- Abwehrzentrums, gemeinsam mit dem Staatsschutzdezernat der Polizeidirektorin Görlitz. Eine politisch motivierte Tat wird auf Grund der Funktion von Gehring als Stadträtin nicht ausgeschlossen.

Politisch motivierte Tat?

Gehring wäre nicht die erste Politikerin, die auf Grund von linken Äußerungen Opfer eines Anschlags wird. In den vergangen Monaten wurde zunächst das Auto des Linken-Politikers Ferat Kocak in Berlin in Brand gesetzt, wenig später wurde die Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke durch einen rechtsgesinnten Täter bekannt. Immer wieder scheut die Polizei davor zurück, solche Taten als politische Akte zu bezeichnen.

„Ich bin zutiefst über den Anschlag erschüttert. Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass kein Mensch verletzt wurde. Ich lasse mich jedoch auch dadurch nicht einschüchtern und werde weiterhin für Mitmenschlichkeit und eine tolerante Gesellschaft eintreten“, so die geschockte Stadträtin Ramona Gehring.

Um den entstandenen Schaden solidarisch zu tragen, hat der Tamara Bunke-Verein sein Konto für Spenden zur Verfügung gestellt.