Die menschenunwürdigen Zustände in den Asylhaftlagern an der amerikanischen Südgrenze spitzen sich weiter zu. ArbeiterInnen eines Unternehmens, das in diesen Einrichtungen seine Gewinne macht, streikten aus Protest gegen die Asylpolitik und die Profitmache mit unmenschlicher Asylhaft.

Die ArbeiterInnen des Möbelunternehmens Wayfair haben einen Tag lang die Arbeit niedergelegt. Grund für den Streik war nicht etwa eine Tarifverhandlung, sondern der Protest gegen einen Vertrag des Unternehmens: Es gehört zu denjenigen, die die „Konzentrationscamps“ (Asylhaftlager) an der Südgrenze beliefern. In den USA ist Profit mit Haftanstalten ein wahrer Wirtschaftszweig, man spricht vom „Prison Industrial Complex“ (deutsch: Gefängnis-Industrie-Komplex).

Wayfair hatte Betten verkauft, mit denen die Haftanstalten möbliert werden sollen. 547 ArbeiterInnen haben in kürzester Zeit mit einer Petition reagiert, die fordert, alle Verträge mit den Grenzeinrichtungen abzubrechen. Alle Profite in Höhe von 200.000 US-Dollar, die das Unternehmen bisher mit den Betten gemacht hat, sollte das Unternehmen an „RAICES“ zahlen. Diese Organisation stellt MigrantInnen und Mittellosen kostenlose Rechtsberatung und -vertretung zur Verfügung.

Das Unternehmen kam der Forderung nicht nach, der Chef und Milliardär Niraj Shah veranlasste lediglich eine Spende in Höhe von 100.000 Dollar an das Rote Kreuz. Als Reaktion verließen die Angestellten zur Mittagszeit für den Rest des Tages ihre Arbeitsstelle.

„Wir denken, dass das momentane Verhalten der USA und der beauftragten Unternehmen an der Südgrenze ethisch nicht die Art von Geschäftspartnerschaft darstellt, an der Wayfair teilhaben sollte. Wir denken, dass der Verkauf von diesen (oder jeglichen) Produkten an BCFS oder andere Unternehmungen die Verletzung von Kinderrechten begünstigt und zu den unmenschlichen Taten unserer Regierung beiträgt.“

Die MigrantInnen, die in den Haftanstalten der ICE (Immigration and Customs Enforcement) gefangen sind, erleiden unsägliche Zustände. Mittlerweile gibt es Berichte, dass die Menschen aus Toiletten trinken müssen und die Räume so überfüllt sind, dass sie nur stehen können.