Wer in einem Wald spazieren geht, will die Ruhe und die Natur genießen, doch hinter den Kulissen des Waldes geht es alles andere als ruhig zu. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden gerade neue Finanzspritzen für den Forst aufgearbeitet.

Die anhaltenden Probleme des Klimawandels bekommen auch die deutschen Wälder zu spüren. Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen ihnen besonders zu.

In Thüringen spitzt sich seit 2017 die Lage so zu, dass die staatliche Anstalt „ThüringenForst“ an seine finanzielle Grenze gestoßen ist.Innerhalb von zwei Jahren wurde hier durch abgestorbene Bäume so viel Holz aus dem Wald geholt, dass die Preise für das Holz um ca. 30 Prozent gefallen sind. Nun ist die Landesregierung in der Pflicht, Gelder für den ThüringenForst aufzubringen.

In Sachsen hat die CDU-Regierung im Alleingang die „Moritzburger Erklärung“ verabschiedet. In der Erklärung werden verschiedene Ansätze vereinbart, um den Wald zu retten und ihn wieder für den Wettbewerb nutzbar zu machen. 800 Millionen Euro sollen zur Förderung des sächsischen Waldes für vier Jahre bereitgestellt werden. Die Grünen kritisieren hierbei, dass die CDU den „Wald als Wahlplakat“ für die kommenden Landtagswahlen im September nutzt.

Der Deutsche Wetterdienst hat Sachsen-Anhalt als trockensten Standort in Deutschland ausgemacht. Im Juli fielen hier statt der üblichen 52 nur 30 Liter pro Quadratmeter, was Schäden „katastrophaler Ausmaße“ für die Umwelt hat. Darum tritt hier ab August die Richtlinie „Forst 2019“ in Kraft. Hierbei werden statt der üblichen 2,5 Millionen Euro bis 2023 nun 10,2 Millionen Euro bereitgestellt. Die Landesregierung setzt auf höherwertiges Saatgut und einen artenreichen Mischwald. Außerdem sollen die Wege im Wald zum besseren Brandschutz ausgebaut werden.

Der Wirtschaftszweig „Forst“ steht durch den Klimawandel an einem Scheidepunkt. Die Kleinwaldprivatbesitzer werden es in Zukunft noch schwerer haben, mit den Großgrundbesitzern mithalten zu können. Die Industrie wird sich in naher Zukunft verstärkt auf den Wald konzentrieren, um den Holzertrag weiterhin stabil zu halten. Dabei wird es jedoch auch darum gehen, die Holzproduktion wieder zurück zu schrauben, um das Holz wiederum teurer auf dem Markt verkaufen zu können.