Die Bedeutung der ausländischen Produktion für die DAX-Konzerne steigt, denn häufig kann im Ausland profitabler produziert werden. Besonders zeigt sich der Trend bei den aufsteigenden Konzernen.

In den letzten zehn Jahren erfuhr die deutsche Wirtschaft ein enormes Wachstum. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um ein Drittel von 2.460 Milliarden Euro auf 3.386 Milliarden Euro. Das zeigte sich auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Immer mehr Menschen in Deutschland sind angestellt oder selbstständig.

Besonders von dem Aufschwung haben die DAX-Konzerne profitiert. Sie nahmen um mehr als 60% an Wert zu und übertrafen damit das Wachstum der gesamten Volkswirtschaft um viele Prozente. Im Zuge dessen beschäftigen sie auch mehr ArbeiterInnen als 2009, die meisten Neuanstellungen geschehen allerdings im Ausland. In Deutschland kamen nur knapp 12.000 Stellen hinzu. Zum Vergleich: Die Zahl der dazugekommenen sozialversicherungspflichtig Arbeitenden beläuft sich auf mehr als fünf Millionen.

Produktion im Ausland gewinnt an Bedeutung

Auffallend ist auch der Anteil der ArbeiterInnen Deutschlands, die bei den DAX-Unternehmen arbeiten. Während vor zehn Jahren noch 5,6% aller sozialversicherungspflichtig Angestellten bei DAX-Unternehmen angestellt waren, waren es im letzten Jahr nur noch 4,7%. Dass die Büros und Produktionsstätte im Ausland an Bedeutung gewinnen, zeigt sich auch an den Beschäftigtenzahlen der Konzerne. 2009 waren noch 44% der Angestellten von DAX-Unternehmen in Deutschland angestellt. Dieser Anteil ging zurück auf 38%.

Neue DAX-Unternehmen setzen auf den globalen Markt

Seit 2009 sind 6 Konzerne aus dem DAX ausgeschieden und 6 neue nachgerückt. Unter diesen befinden sich größtenteils global agierende Unternehmen. Sie beschäftigen nur noch rund ein Viertel ihrer Angestellten in Deutschland. Ein Unternehmen, das in den DAX aufgestiegen ist, ist HeidelbergCement. Von seinen 58.000 Angestellten weltweit arbeiten nur 4.000, also rund 7%, in Deutschland. Zum deutschen Mutterkonzern gehören 753 Tochtergesellschaften in rund 60 Ländern weltweit.