Am Samstag fand in Wuppertal die Friedrich Engels Gedenkdemonstration statt. Wir waren bei dem Ereignis dabei und berichten von der Demonstration und der anschließenden Feier im Engelsgarten.

Die Demonstration begann um 13 Uhr vor den City-Arcaden in Wuppertal-Elberfeld. Hier hatten sich schon viele TeilnehmerInnen mit roten Fahnen verschiedener Organisationen versammelt. Die Demonstration fand in diesem Jahr unter dem Motto „Wie Welt bebt – Friedrich Engels lebt“ statt und wurde organisiert vom Engels-Bündnis, welches die vorangegangenen Wochen bereits Veranstaltungen zu Engels Leben und Werk veranstaltet hatte.

Im Engels-Bündnis sind viele fortschrittliche Organisationen mit regionaler und bundesweiter Bedeutung vertreten (Bir-Kar, DKP, Linkes Forum, Kommunistischer Aufbau, REBELL, Revolutionärer Jugendbund, dieLinke.Sds, Studierenden Kollektiv Wuppertal, Trotz Alledem). Vor dem Arcaden wurden bereits die ersten revolutionären Reden gehalten und Rufe angestimmt, als sich der Demonstrationszug dann aufstellte und zum Ort der Zwischenkundgebung aufbrach.

Lauter Demozug im Herzen Elberfelds

Mit energiegeladener Stimmung gingen die rund zweihundert DemonstrantInnen durch die Füßgängerzone, dann über auf die Morianstraße und bis zum Neumarkt für die Zwischenkundgebung. In ihren Rufen würdigte die Demonstration Engels Werk und seine Bedeutung für die heutigen sozialen Kämpfe. Sprüche wie „Brecht die Macht der Banken und Konzerne!“ und „Engels – Lebt!“ machten deutlich, dass Engels Gedanken in den heutigen gesellschaftlichen Bewegungen immer noch relevant sind. Der revolutionäre Geist Engels war auch in den Reden der Zwischenkundgebung am Neumarkt zu spüren. Nach einem kurzen Aufenthalt hier zog die Demonstration lautstark weiter durch das Elberfelder Zentrum.

Abschlusskundgebung und Feierlichkeiten im Engelsgarten

Für die Abschlusskundgebung versammelten sich die TeilnehmerInnen und einige interessierte PassantInnen wieder vor den City-Arcaden. Weitere bewegende Reden wurden gehalten, die in einen gemeinsamen Gesang mündeten. Das beliebte Arbeiterlied Bello Ciao sangen die TeilernehmerInnen in Begleitung einer Gitarre. Hier endete der erste Teil des Friedrich Engels Gedenktags. Daraufhin zog die Menschenmenge weiter mit der Schwebebahn, wo Lieder gesungen und Parolen gerufen wurden, zum Engelsgarten.

Im Engelsgarten versammelten sich alle um die Engelsstatue für eine Schweigeminute. Danach ging es heiter weiter mit Arbeiterliedern und einem Büfett.

Das Engelsjahr 2020 – Ein Revolutionär wird 200

Im kommenden Jahr wird Friedrich Engels 200 Jahre alt. Dafür sind verschiedene Veranstaltungen, die sich mit Engels‘ Werk und seiner Person auseinandersetzen wollen. Die Stadt Wuppertal plant im kommenden Jahr die Deutungshoheit über das Leben und Werk Engels für sich zu beanspruchen. Das Engels-Bündnis will dem entgegenwirken und wird wieder ein Programm mit inhaltlichen Veranstaltungen und einer großen Gedenkdemonstration vorbereiten.

Engels soll in Erinnerung behalten werden als das, was er wirklich war: Sohn eines reichen Fabrikanten, der mit seiner Herkunft brach und sein Leben dem Kampf für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung widmete. Die Pläne für nächstes Jahr übersteigen die schon erfolgreiche Veranstaltung gestern, so das Engels-Bündnis.