Für das erste Halbjahr 2019 registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 90.000 Fälle an Masernerkrankungen. Dies ist eine Verdopplung im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr.

Die Länder Albanien, Tschechien, Griechenland und Großbritannien haben in diesem Zeitraum ihren Status „masernfrei“ verloren, 78% aller Fälle fielen auf die Ukraine, Kasachstan, Georgien und Russland. Die WHO geht jedoch davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Erkrankungen noch viel höher liegt als die dokumentierten Fälle. Dies liegt unter anderem daran, dass sie nur in 53 Ländern die Verbreitung von Masern überhaupt untersucht.

Für Deutschland wurden in diesem Halbjahr bereits 450 Masern-Fälle dokumentiert. Dies ist auch für Deutschland ein besonders starker Anstieg, denn im  Vergleich wurden im gesamten Jahr 2018 nur 540 Masern-Fälle in Deutschland registriert.

Masern ist eine Viruserkrankung, die zu hohem Fieber, Hautausschlag, Schnupfen und Husten führt. Eine Masernerkrankung kann tödlich enden. Eine Zeit lang galten Masern in Europa als so gut wie ausgerottet, da sich eine Ausbreitung des Virus durch Schutzimpfungen gut bekämpfen lässt. Hierfür sei eine Impfrate von mindestens 95% nötig.

In vielen europäischen Ländern jedoch wächst das Misstrauen gegenüber Impfungen. Laut einer Studie empfinden nur knapp 60% der Menschen in Westeuropa eine Impfung als sehr oder etwas sicher. In Frankreich gaben 33% an, dass sie Impfungen für unsicher halten. In Deutschland empfinden 67 % Impfungen als sicher, was aber immer noch unter dem weltweiten Durchschnitt von 79 % liegt.

Laut der Studie seien die digitalen Netzwerke wie etwa Facebook-Gruppen mit verantwortlich, dass immer mehr Menschen ihr Vertrauen in Impfungen verlieren. Sie fordert die Ärzte auf, mehr Aufklärung bei ihren Patienten zu betreiben.