Eine Woche vor den Landtagswahlen protestieren Zehntausende in Dresden gegen Rassismus und für Solidarität. Sie wollen zeigen, dass die Bedürfnisse von Menschen nicht von Rechten gegeneinander auszuspielen sind. Am selben Tag besetzten AktivistInnen eine leerstehende Dresdner Villa.

Die VeranstalterInnen hatten eine Demonstration mit 25.000 Menschen angemeldet. Tatsächlich zogen aber 40.000 Demonstrierende am gestrigen Samstag durch die sächsische Hauptstadt. „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden“, deswegen der Titel #Unteilbar.

Zur Demonstration waren Menschen aus der ganzen Bundesrepublik angereist. Im Bündnis wirkten rund 400 Organisationen mit, von Umweltinitiativen über feministische Gruppen bis hin zu Kirchengemeinden.

Hausbesetzung und Verfahren wegen Hausfriedensbruch

Am Rande der Demonstration hängten AktivistInnen Transparente mit Botschaften aus den Fenstern eines leerstehenden Hauses. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs ein. Wenig später, parallel zur Schlusskundgebung, besetzten AktivistInnen eine leerstehende Dresdner Villa. „Wir besetzen Dresden“ nennt sich die Gruppe, die dafür kämpft, den leerstehenden Wohnraum nutzbar zu machen.

Zur Kundgebung vor dem besetzten Haus kamen spontan rund 100 Menschen und – kurz darauf – 30 Einsatzwagen der Polizei. Die BeamtInnen konnten allerdings nicht in das Obergeschoss vordringen. Schließlich ging der Eigentümer auf die Forderung der BesetzerInnen ein, und es gab Verhandlungsgespräche, deren Ergebnis zunächst eine Mitnutzung des Geländes war.