Rund 8.600 der aktuell 14.000 US-Soldaten sollen zunächst in Afghanistan bleiben. Derzeitige Gespräche mit den Taliban sollen positiv verlaufen, jedoch bisher ohne klares Ergebnis.

Immer wieder hatte Trump in der Vergangenheit angekündigt, die amerikanischen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen und „nach Hause“ zu holen. Wie er nun in einem in der Tagesschau veröffentlichten Interview sagte, soll das vorerst nur für einen Teil der Soldaten gelten. „Wir werden auf 8.600 runtergehen, und dann von dort aus festlegen, wie es weitergeht“, sagte Trump in dem Interview.

Weitere Einzelheiten zu den aktuellen Plänen des US-Präsidenten sind bisher nicht bekannt. Trump bestärkte aber seine Meinung, dass eine gewisse Präsenz der USA immer in Afghanistan bleiben müsse, um die Ausbreitung terroristischer Gefahren zu verhindern: „Wir müssen ein Auge auf Afghanistan haben, werden unsere Präsenz aber deutlich reduzieren“, so Trump. BeobachterInnen gehen davon aus, dass Trump einen Großteil der US-Soldaten bis zur Präsidentschaftswahl im November 2020 abziehen möchte. Der weitere Plan dürfte auch von dem Ausgang der anhaltenden Friedensgespräche mit den Taliban abhängen.

Die USA verhandeln seit Juli 2018, also seit über einem Jahr, in den Friedensgesprächen über die politische Zukunft Afghanistans. Die Taliban sollen in den Gesprächen vor allem auf den Abzug der seit fast 18 Jahren in Afghanistan stationierten US-Truppen drängen. Sowohl die USA, als auch die Taliban ließen verlautbaren, dass sie hofften, bald zu einem positiven Ergebnis der Gespräche zu kommen. Ein Knackpunkt dürfte jedoch noch die politische Beziehung der Taliban zu der afghanischen Regierung in Kabul sein.

Die USA stellen mit Abstand die meisten ausländischen Soldaten in Afghanistan. Das Vorgehen der USA ist daher auch für ihre internationalen Verbündeten, die ebenfalls Soldaten nach Afghanistan geschickt haben, von Bedeutung. Deutschland führt dort mit mehr als 1.250 Soldaten den größten Auslandseinsatz der Bundeswehr durch und warnte die USA in der Vergangenheit immer wieder davor, zu viele US-Truppen abzuziehen.

Nach dem Abzug der USA aus dem Irak hatte sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ dort ausgebreitet. Auch mit Blick auf Afghanistan gibt es Befürchtungen, dass Terroristen dort wieder vermehrt Fuß fassen könnten, wenn die internationalen Truppen das Land verlassen.