Am Bielefelder Hauptbahnhof hat am Mittwoch ein 39-jähriger Mann Reizgas gegen eine Schulklasse eingesetzt. Zehn Kinder mussten ins Krankenhaus. Der Mann erklärte, dass er sich beim Einstieg in einen Zug „gestört“ gefühlt habe. Außerdem sagte er „…und ich bin ein Rassist.“ Doch die Polizei wertet dies nicht als Hauptmotiv.

Der Reizgas-Angriff fand während der Ein- und Ausstiegsphase in einen Zug statt. Wie der 39-jährige Mann gegenüber der Polizei angab, habe er Reizgas gegen eine Schulklasse eingesetzt, weil er sich von deren Gedränge gestört gefühlt habe.

Die Schülerinnen und Schüler waren gerade aus Köln angereist, um in einer Jugendherberge in Bielefeld unterzukommen. Acht der zehn Kinder mussten zur Beobachtung ins Krankenhaus, unter anderem wegen Atembeschwerden. Zwei weitere Kinder wurden laut Feuerwehr wegen schwererer Symptome in die Kinderklinik eingeliefert.

„…und ich bin ein Rassist.“

Die Tat löste einen Großeinsatz der Polizei am Hauptbahnhhof aus, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Bei einer Befragung nach seinem Motiv gab er neben seinem Störgefühl noch an: „… und ich bin ein Rassist“. Die Polizei wertet dies derzeit jedoch nicht als Hauptmotiv. So gebe es keine Bezüge zur „rechten Szene“. Ob unter dern Kindern solche waren, die nicht ins Weltbild des rassistischen Täters passten, ist unbekannt.

Carsten Bente, Pressesprecher der Bundespolizei in Münster, erklärte, dass man davon ausgehe, dass der Mann sich tatsächlich schlicht gestört gefühlt habe – auch wenn man seine darauf folgende Reaktion mit dem Pfefferspray nur sehr schwer nachvollziehen könne. Dennoch nehme die Polizei einen möglichen, rassistischen Hintergrund für die Tat in Bielefeld „ernst“.

Der mutmaßliche Täter sitzt nun in Untersuchungshaft, vor allem auf Grund eines bereits offenen Haftbefehls wegen „Unterschlagung“.