Den deutschen Kitas fehlt es an geschultem Personal. Der Osten der Republik leidet zusätzlich.

Laut dem „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung fehlen in Deutschland 106.500 Erzieherinnen und Erzieher. Der momentane Mangel an Vollzeitkräften wird vor allem durch mangelnde Betreuungsqualität und belastete Erzieherinnen und Erzieher aufgefangen. Die Betreuungsverhältnisse sind je nach Bundesland von unterschiedlicher Qualität und der Osten schneidet erheblich schlechter ab.

Besserer Personalschlüssel empfohlen

Laut der Studienautorin Frau Kathrin Bock-Famulla sei der Personalschlüssel für die Qualität der Betreuung entscheidend. Sie empfiehlt, dass im Durchschnitt eine Fachkraft  7,5 Kinder (im Alter von drei bis sechs Jahren) betreuen sollte; Im Krippenalter maximal drei Kinder. Dieser Wert wird bundesweit überschritten: zu Zeit sind es 8,9 Kinder im Kindergarten und 4,2 in der Krippe.

Zum Nachteil der Betreuung fallen diese Zahlen in der Praxis noch deutlich schlechter aus. Wie die Zeitung Neues Deutschland berichtet, entfällt ein Großteil der konkreten Arbeit mit den Kindern auf außerpädagogische Aufgaben wie Elterngespräche und Bildungsdokumentationen. Daher liegt der Betreuungsschlüssel bei 12,2 Kindern pro Fachkraft im Westen und 17,7 Kindern im Osten.

Osten schneidet schlechter ab

Hingegen stehen wirtschaftlich starke Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg oder Niedersachsen im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Die Ausstattung der Betreuung im Osten der Republik habe sich in Teilen zwar verbessert (Brandenburg, Sachsen-Anhalt), in Thüringen hingegen sei die Qualität aber gesunken. In Mecklenburg-Vorpommern müsse sich eine Erzieherin oder ein Erzieher um rund 20 Kinder kümmern, in Baden-Württemberg hingegen „nur“ um 10,5 Kinder pro Fachkraft. Für Frau Kathrin Bock-Famulla seien die Wertschätzung und die strukturelle Unterstützung des Berufsfelds entscheidend für eine Verbesserung im Arbeitsalltag.