Drei der Top-Manager des japanischen Kraftwerkbetreibers Tepco wurden vor Gericht freigesprochen. Sie seien nicht haftbar zu machen für das Atomunglück von 2011.

Nach einem Erdbeben und einem darauffolgenden Tsunami wurden am 11. März 2011 vier der sechs Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zerstört. Teilweise kam es zu Kernschmelzen und Luft, Böden und Wasser wurden kontaminiert. Circa 150.000 Einwohner der Region mussten evakuiert werden. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (Tepco) war Betreiberin des Kernkraftwerks.

Schwerster Atomunfall seit Tschernobyl

Der frühere Vorsitzende von Tepco, Tsunehisa Katsumata, und zwei Vizepräsidenten des Unternehmens, standen nun vor Gericht und sahen sich dem Vorwurf der Fahrlässigkeit mit Todesfolge konfrontiert: Obwohl es Warnhinweise auf die unzureichende Sicherheit der Reaktoren vor Erdbeben und Tsunamis gab, sollen die Manager sie ignoriert haben.

Fünf Jahre Haft

Bei einer Verurteilung hätten die Manager mehrjährige Haftstrafen antreten müssen. Bereits zum zweiten Mal hatte die Staatsanwaltschaft Tokyo versucht, Anklage gegen die Tepco-Manager zu erheben. Durch den Freispruch folgte der Richter der Argumentation der Verteidigung, dass eine Katastrophe solchen Ausmaßes nicht vorhersehbar gewesen wäre.