Der Aufsichtsrat soll in einem Großkonzern den Vorstand „kontrollieren“ – im Sinne der großen Aktionäre. Ihr oberstes Ziel ist es, den Profit des Konzerns zu sichern. Einige werden dafür mit Jahres-Gehältern entlohnt, die normale ArbeiterInnen im ganzen Leben nicht verdienen. Auch im vergangenen Jahr sind die Gehälter dieser Aufsichtsratschefs der am Deutschen Aktienindex (DAX) notierten Unternehmen weiter gestiegen.

Das geht aus der Aufsichtsratsstudie 2019 hervor, der gestern von der „Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz“ (DSW) vorgestellt wurde. Im Durchschnitt stieg die Vergütung der Aufsichtsratschefs im Jahr 2018 um 1,9 Prozent auf rund 378.000 Euro pro Jahr.

Deutsche Bank erhöht Aufsichtsratsgehälter – und kündigt MitarbeiterInnen

Am besten bezahlt wird demnach Paul Achleitner, Aufsichtsratschef bei der Deutschen Bank. Sein Gehalt stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent auf fast 860.000 Euro. ArbeiterInnen müssen für dafür rund 30 Jahre arbeiten.

Der 20-köpfige Aufsichtsrat kam zusammen auf knapp 5,8 Millionen Euro. Dies entspricht sogar einem Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast zeitgleich wurde öffentlich, dass die Deutsche Bank plant, 18.000 Stellen abzubauen, die Hälfte davon in Deutschland.

Auf Platz zwei landete mit 640.000 Euro BMW-Aufsichtsratschef Norbert Reithofer. Fresenius-Chefkontrolleur Gerd Krick erhielt 620.000 Euro.

Wer sind die Mächtigsten?

Die DSW analysierte auch, welche Aufsichtsräte besonders mächtig sind. Das sind meist solche Personen, die gleich in mehreren Aufsichtsräten sitzen.

Wie auch schon im Jahr 2017 ist Karl-Ludwig Kley der mächtigste Aufsichtsrat Deutschlands. Er sitzt in den Kontrollgremien von BMW, der Deutschen Lufthansa und Eon. Auf Platz zwei landete Peter Achleitner, der bei Bayer, Daimler und der Deutschen Bank im Aufsichtsrat sitzt. Auf Platz drei folgt Nikolaus von Bomhard, der in den Gremien der Deutschen Post AG und der Münchener Rück AG sitzt.

Diese drei Top-Manager sitzen in den Aufsichtsräten von acht Dax-Konzernen. In fünf davon stellen sie sogar den Vorsitz. Insgesamt leiten sie 13 der entscheidenden Ausschüsse wie Präsidial-, Vergütungs- oder Nominierungsausschuss. Und damit haben sie entscheidenden Einfluss auf Veränderungen in den Konzernen –  wie z.B. Massenentlassungen.