Oft wird davon berichtet, dass die Vermögen in Deutschland – aber auch in den meisten anderen Ländern – sehr ungleich verteilt sind. Der „Gini“-Koeffizient misst nicht, wie viel jemand insgesamt besitzt, sondern wie viel die Person im Jahr einnimmt. So groß wie aktuell – war die Zahl noch nie.

45 Personen besitzen in Deutschland so viel wie die ärmere Bevölkerungshälfte.  Das ist schockierend genug, und der Entwicklung des Gini-Koeffizienten zufolge wird die Vermögensverteilung eher noch ungleicher.

Der Gini-Koeffizient beziffert, wie (un)gleich die Einkommensverteilung ist. Sein Höchstwert ist 1. Dann würde eine Person alles an Einkommen erhalten und alle anderen nichts. Bekämen alle gleich viel, hätte der Koeffizient den Wert 0.

Aktuell berechnen SozialwissenschaftlerInnen für den deutschen Gini-Koeffizienten einen Wert von 0.297. Das klingt nach einer kleinen Zahl – dahinter steckt aber eine gewaltige Entwicklung: Seit den 1990er Jahren ist die Einkommensungleichheit um fast 20 Prozent gestiegen. Die Hans-Böckler-Stiftung, die den Wert kürzlich in einer Studie berechnen ließ, spricht vor allem von einer Entwicklung „an den Rändern“. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass arme Haushalte ein verhältnismäßig noch geringeres Einkommen haben als zuvor und wohlhabende, insbesondere die reichsten, größere Einnahmen aufweisen.

Die Steuerpolitik habe diese Entwicklungen begünstigt.