Abu Bakr al-Baghdadi galt als Anführer der fundamentalistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“. Am Sonntag erklärten die kurdisch geführten „Syrian Democratic Forces“ (SDF oder QSD) sowie US-Präsident Donald Trump ihn für tot. Er soll sich selbst in die Luft gesprengt haben, nachdem sein Versteck von amerikanischen Hubschraubern beschossen worden sein soll. Dem soll eine mehrmonatige kurdisch-amerikanische Geheimdienstoperation vorausgegangen sein.

Nach Angaben der amerikanischen Regierung ereignete sich der Einsatz gegen den international gesuchten Terroristen auf syrischem Territorium. Demnach sollen acht amerikanische Hubschrauber das Versteck al-Baghdadis nahe der Stadt Barisha beschossen haben. Dieses Gebiet ist derzeit von der Türkei besetzt. Anschließend hätten sich Spezialeinheiten mit IS-Kämpfern am Boden Gefechte geliefert.

Daraufhin sei al-Baghdadi in ein Tunnelsystem geflohen – jedoch in einer Sackgasse gelandet. Als er keinen Ausweg mehr gesehen habe, hätte er sich dann zusammen mit seinen drei Kindern in die Luft gesprengt.

Vor seinem Tod habe er „die ganze Zeit gewimmert, geweint und geschrien“, sagte US-Präsident Trump. Sein Verteidigungsminister Mark Esper sagte, er habe diese Details nicht. Wie Trump erklärte, soll ein DNA-Test die Identität al-Baghdadis bestätigt haben. Am Montag sollen dann die sterblichen Überreste Abu Bakr al-Baghdadis im Meer verstreut worden sein.

Gemeinsame Operation von SDF und US-Militär

Der Verantwortliche für Außenbeziehungen bei der Generalkommandantur der Demokratischen Kräfte Syriens, Rêdûr Xelîl, erklärte, der Angriff sei Ergebnis von über fünf Monate gemeinsamer Vorbereitungen der Nachrichtendienste der SDF und der US-Armee.

Weiter erklärte er, dass „die Operation aufgrund der Angriffe des türkischen Staates auf die Region einen Monat verschoben werden musste. Die Operation ist durchgeführt worden, um in erster Linie die verschleppten ezidischen Frauen zu rächen. Sie ist die Rache für die Massaker in Kobanê, Şengal, Habur, Ninova, Kerkuk, Xaneqîn und Mexmûr sowie für alle Opfer der Verbrechen an der Menschheit, die der IS in der ganzen Welt begangen hat.“

Kämpfer der kurdischen YPG teilten zudem mit, sie hätten kurz nach der US-Operation im Nordwesten Syriens auch noch Abu Hesen al Mouhjir getötet, der als die rechte Hand al-Baghdadis galt.