Nach einer Marine-Übung im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt fanden NaturschützerInnen 18 tote Schweinswale. NaturschützerInnen kritisieren, dass ein Nato-Manöver genutzt wurde, um Naturschutzverletzungen zu vertuschen.

Der Schweinswal ist streng geschützt und lebt unter anderem in Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt. Im Rahmen der Übung „Northern Coasts“ durchfuhren fast 50 Schiffe aus 18 Nationen unter anderem dieses Schutzgebiet. Die deutsche Marine beteiligte sich mit sieben Schiffen und einem U-Boot an dem Manöver. Insgesamt sprengten die deutschen SoldatInnen 42 Grundminen, 39 davon im Meeresschutzgebiet.

Bei dieser Sprengung lief einiges schief. Der Kampfmittelräumdienst hatte sich aus der Übung zurückgezogen, nachdem die erste Mine bei einer versuchten Entschärfung detonierte. Der Sprengstoff sei bereits kristallisiert, sodass Erschütterungen zur Detonation ausreichten.

Verstoß gegen geltendes Recht

Mit diesen Sprengungen habe die Bundeswehr gegen geltendes Naturschutzrecht verstoßen, Insbesondere weil die Sprengungen in der Ostsee ausgerechnet zur Fortpflanzungszeit der Wale im Sommer stattgefunden hatten.

Die NABU argumentiert, dass das Nato-Manöver, in dessen Rahmen die Sprengungen stattgefunden hatten, vermutlich ein willkommener Vorwand war. So soll die Marine aufwändige Abstimmungen mit den Naturschutzbehörden umgangen haben.