Gestern war der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen. Für Frauen überall auf der Welt ein Grund, mit vielfältigen Aktionen auf die Straße zu gehen. Im folgenden einige Berichte und Bilder von den Demonstrationen und Protesten in der Bundesrepublik und international.

„Unterdrückung hat 1.000 Gesichter – und wir akzeptieren keines davon.“

In Berlin trafen sich rund 300 FLINT-Personen in Schönefeld zu einer Demonstration. FLINT steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre und trans-Menschen. Schönefeld haben die Demonstrierenden ganz bewusst als Ort gewählt, um dort auch gegen das Abschiebegefängnis am Flughafen zu protestieren.

Sie zeigten, dass der antirassistische Kampf mit dem Kampf gegen Gewalt an Frauen Hand in Hand geht. Die „Women in Exile“ beteiligten sich ebenfalls an dem Protest mit ihrer Kampagne für die getötete Rita Ojunge. Die junge Kenianerin war Mutter von zwei Kindern und verschwand aus einem Asyllager. Ihren Fall vernachlässigte die Polizei sträflich, noch heute fordern ihre Freundinnen Gerechtigkeit für Rita und andere Opfer patriarchaler, rassistischer Gewalt.

„Zurückholen, was uns ohnehin gehört – wir fordern die Nacht zurück“

Foto: Studierendenkollektiv Wuppertal

In Wuppertal kamen 60 Menschen zusammen, um ihren Protest mit einer lauten und kämpferischen Kundgebung zu äußern. Diese Aktion organisierte ein Bündnis aus dem Studierendenkollektiv Wuppertal, dem Queerreferat Wuppertal, dem autonomen Frauenreferat des Asta, dem YaYa-Kollektiv sowie dem Infoladen Kollektiv und dem SDS Wuppertal. Den kämpferischen Ausdruck unterstützte unter anderem eine Poetry Slammerin, die Redebeiträge waren vielfältig und international.

Auch in Köln forderten FLINT die Nacht zurück. Rund 400 Frauen und Queers zogen mit einer lautstarken Demonstration durch die Innenstadt. Ihre kämpferischen Parolen wurden begleitet von Trommlerinnen-Gruppen und den „radical cheerleaders“. Auf einer Zwischenkundgebung machten Personen mit Redebeiträgen, aber auch mit Kulturbeiträgen wie einer Rap-Performance zwei junger Frauen des Holla e.V. ihre Standpunkte klar. „Mein Körper gehört nur mir!“ antworteten alle Teilnehmerinnen den Rapperinnen auf dem Lautsprecherwagen.

„Schluss mit den Morden an Frauen“

Auch in Kassel versammelten sich ebenfalls 150 Personen und zogen durch die Innenstadt zum Rathaus. Aufgerufen hatte das Kassler Frauenbündnis. Am Rathaus gab es bei der Abschlusskundgebung eine Aktion des neu gegründeten „Women defend Rojava“-Komitee. Sie entrollten ein Transparent von der Terrasse des Kasseler Rathauses. Auf diesem stand „Für ein Ende der Gewalt an Frauen! – Gemeinsam die Frauenrevolution in Rojava verteidigen“. Gekoppelt war diese Aktion mit einem Redebeitrag in dem Gewalt gegen Frauen international verurteilt wurde. In dem Beitrag wurde auch nochmal explizite die Situation in Rojava angesprochen. Dort stehen die Menschen seid Monaten unter Belagerung der Türkischen Armee und deren dschihadistischen Gefolgsleuten. Von dieser Situation sind Frauen in besonderem Masse betroffen. Alles was von den revolutionären Frauen Rojavas aufgebaut wurde droht diesem Angriffskrieg zum Opfer zu fallen.

„Pas une de plus!“ – Nicht eine mehr!

Schon am Samstag vor dem 25. November kamen Frauen und Mädchen aus ganz Frankreich in Paris zusammen. Rund 100.000 Menschen füllten die Straßen der Pariser Innenstadt, Veranstalterinnen und Teilnehmerinnen nannten das „gigantisch“ und eine „historische Mobilisierung“. Auf der Demonstration kritisierten Rednerinnen auch die Maßnahmen der Politik, wie zum Beispiel den kürzlich ins Leben gerufenen „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“. Die Zeit für Meetings sei vorbei. Das Bündnis, das vor allem mobilisierte, nennt sich „Nous Toutes“ (Wir alle), eine Gruppe namens „Nous Aussi“ (Wir auch) trug die Kritik am bürgerlichen, weißen Verständnis von Feminismus auf die Demonstration.

„Kadına şiddete hayır“ – Nein zu Gewalt an Frauen

Die Frauen, die in Istanbul zum 25. November protestierten, bewiesen besonderen Mut: Schon in den letzten Jahren wurde ihre Demonstration brutal durch die Polizei angegriffen. Auch in diesem Jahr versuchten Polizisten, die Demonstration mit Pfefferspray und Tränengas aufzulösen. Schon im Vorhinein hatte der Bürgermeister Istanbuls die Demonstration verboten.

„Serekanye und Gire Spi gehören uns!“

In Raqqa füllten Frauen die Straßen mit Parolen gegen patriarchale Gewalt und den Krieg.

In eurer Stadt haben kämpferische Aktionen zum 25. November stattgefunden? Nehmt gerne Kontakt mit uns auf über info@perspektive-online.net.