Eine Mehrheit der Deutschen sieht Aufstiegschancen, Ungleichverteilung von Vermögen in Deutschland und Privatisierungen sehr kritisch. Viele meinen außerdem, dass Reiche ihr Vermögen oftmals nicht verdient hätten.

Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des „Forum New Economy“ vorgenommen hat. Befragt wurden 1.009 Personen im Oktober diesen Jahres. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 80 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass das Risiko, sozial abzusteigen, heutzutage größer ist als bei früheren Generationen. 45 Prozent der Bezieher geringerer Einkommen halten diese Gefahr sogar für „sehr viel größer“. Bei Besserverdienenden sind es nur 20 Prozent.
  • 57 Prozent meinen, dass das Prinzip des sozialen Ausgleichs heute nicht mehr funktioniere.
  • 87 Prozent stimmen der Aussage vollständig oder teilweise zu, dass die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen zunehmend zum Problem für den Zusammenhalt der Gesellschaft in Deutschland wird.
  • Nur rund jede/r Dritte stimmte in der Umfrage der Aussage zu, dass diejenigen, die reich sind, dies in der Regel auch verdient haben. Interessant: Bei den Jüngeren sind es 43 Prozent, bei Menschen über 60 sind es nur 26 Prozent.
  • Die Privatisierung öffentlicher Leistungen in den vergangenen Jahrzehnten ging 78 Prozent der Befragten zu weit.

Besonders deutliche Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen gibt es bei der Frage, ob die Regierung die Menschen stärker vor Arbeitsplatzverlusten schützen sollte, die aufgrund von Digitalisierung und Globalisierung drohen. Bei den Besserverdienenden schließen sich dem nur 17 Prozent vollständig an, bei den Wenigerverdienenden sind es dagegen 48 Prozent.


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