Gestern fand in Frankreich ein breiter Generalstreik gegen die Rentenpläne des Präsidenten Emanuel Macron statt. Gelbwestenproteste, gewerkschaftliche Kämpfe und Studierendenproteste kommen hier zusammen.

Am gestrigen Generalstreik sind in ganz Frankreich nach Angaben der Gewerkschaft CGT rund 1,5 Millionen Menschen in über 250 Städten auf die Straße gegangen. Das Innenministerium sprach von 800.000 Menschen. Viele der Protestierenden bestreikten ihre Arbeit, der U-Bahn-Verkehr in Paris stand still, Bildungseinrichtungen blieben geschlossen.

Kampf gegen Rentenreform

Es ist der Auftakt einer Reihe von Protesten gegen die Rentenpläne der französischen Regierung. Sie plant die vielfältige Rentenlandschaft in Frankreich zu vereinheitlichen. Dabei soll das Eintrittsalter von bisher 60 auf 64 Jahre angehoben werden. Auch soll die Universalrente direkt leistungsbezogen sein: wer einen Euro einzahlt, bekommt einen Punkt gut geschrieben.

Dynamische Zeiten

Der massive Generalstreik wird gefüttert durch verschiedene Bewegungen, die sich (auch) im Kampf gegen die Rentenreform treffen, wie labournet.de berichtet.

  • Schon seit Monaten gibt es Streikbewegungen in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr und Eisenbahn. Zu einem beachtlichen Teil waren diese selbstorganisierte Aktionen.
  • Die Proteste der Gelbwesten gehen auch nach über einem Jahr weiter und schließen sich den Kämpfen gegen die Rentenreform an.
  • Zuletzt hatten immer wieder Studierende gegen Kürzungen und schlechte Bedingungen im Bildungsbereich protestiert.

Diese Dynamik zeigt sich auch darin, dass der für zunächst einen Tag angekündigte Streik derweil weitergeht. So sollen am heutigen Freitag 90 Prozent der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge ausfallen. Auch der Betrieb der Regionalzüge ist auf 30 Prozent des normalen Aufkommens gedrosselt.