Die UNO warnt davor, dass sich im kommenden Jahr zahlreiche humanitäre Krisen weiter verschärfen werden. Dadurch wird auch die Zahl der Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, weiter ansteigen. Die UNO rechnet mit mindestens 168 Millionen Hilfsbedürftigen.

2018 war die UNO noch davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Menschen, die auf Hilfsleistungen angewiesen sind, stabil bleiben würde. Dies hat sich im laufenden Jahr nicht bewahrheitet. Im kommenden Jahr rechnet die UNO daher mit einem Anstieg von bis zu einem Viertel der bisherigen Anzahl.

„Der Bedarf an humanitärer Hilfe wird aufgrund einer Kombination von Krieg, Gewalt, Klimaschocks und wirtschaftlichen Problemen steigen“, sagte die assistierende Generalsekretärin der UNO für Nothilfe, Ursula Müller.

Mit rund 168 Millionen Menschen, die auf die Hilfsleistungen der UNO-Nothilfeorganisation OCHA angewiesen sein werden, rechnet die UNO laut ihrem „Global Humanitarian Overview 2020“, der heute vorgestellt wird. Rund 29 Milliarden Dollar plant die Hilfsorganisation für Unterstützungsprojekte in 55 Ländern im kommenden Jahr ausgeben zu müssen. Sollte sich die im laufenden Jahr begonnene Wirtschaftskrise auf weitere Länder ausweiten und die Weltwirtschaft stärker beeinträchtigen, dürfte sich die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen nochmals stark erhöhen.

Bis Mitte November erhielt die UNO nur rund die Hälfte der für das kommende Jahr benötigten Gelder von den Geberländern und Spendern. Wieviel Geld in die Hilfsprojekte der UNO dann tatsächlich fließen, hängt von der Höhe der eingehenden Gelder ab.