Nach offiziellen Berechnungen ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2019 an einer Rezession vorbei geschrappt. Grund dafür sind Sondereffekte wie die historisch niedrigen Zinsen bzw. Minuszinsen, welche die Kreditkosten der Unternehmen deutlich gesenkt und zu einem anhaltenden Bauboom geführt haben.

Den Berechnungen des Statistischen Bundesamts zufolge ist die deutsche Wirtschaft 2019 noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Wirtschaftswachstum lag nach offiziellen Zahlen bei rund 0,6 Prozent. Das entspricht zwar einem Sechsjahres-Tief, aber ist immerhin kein Rückgang, so die Statistiker. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft noch um 0,2 Prozent geschrumpft.

Ungleiche Entwicklung verschiedener Wirtschaftszweige

Die Zahlen können jedoch nicht über die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft hinwegtäuschen. Dass es überhaupt zu einem verzeichenbaren Wirtschaftswachstum gekommen ist, liegt unter anderem an den gestiegenen Konsumausgaben der VerbraucherInnen um 1,6 Prozent und des Staates um 2,5 Prozent. Ein weiterer Wachstumsgrund war der anhaltende Bauboom aufgrund historisch niedriger Zinsen. Das Baugewerbe konnte ein sattes Plus von 4,0 Prozent verbuchen.

Ganz anders sieht es wiederum beim sogenannten „verarbeitenden Gewerbe“ aus. Hier gab es einen absoluten Rückgang um 3,6 Prozent. Der Verband der Automobilindustrie vermeldete sogar für die Produktion im vergangenen Jahr einen Einbruch um rund 9 Prozent. Das verarbeitende Gewerbe macht in der offiziellen Statistik rund ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland aus.

Auch für 2020 kaum bessere Zahlen erwartet

Für das laufende Jahr 2020 erwarten WirtschaftsexpertInnen kaum eine bessere Aussicht. Sie gehen je nach Institut von einem Wachstum von 0,6 bis 1,1 Prozent aus. Dabei soll fast die Hälfte des Wachstums allein daher rühren, dass das Jahr 2020 deutlich mehr Arbeitstage hat als 2019.