Schon im Dezember wurden in vielen Drogeriemärkten Tampons und Binden billiger. Hintergrund war eine Senkung der Mehrwertsteuer auf solche Hygieneartikel von 19 auf 7 Prozent. Doch was nun geschieht ist Kapitalismus live: die Hersteller haben die Preise ihrer Produkte massiv erhöht. Nun könnten auch die Preise in den Geschäften wieder steigen. Während dessen geht England einen anderen Weg.

In Deutschland gibt es zwei Mehrwert-Steuersätze, die der Staat auf Produkte erhebt: den normalen Steuersatz von 19 Prozent und den „ermäßigten“ von 7 Prozent. Seit dem 1. Januar diesen Jahres sollte nun der ermäßigte auch auf Menstruationsprodukte angewendet werden. Zuvor hatte es breiten Protest dafür gegeben – zwei Petitionen sammelten allein über 300.000 Unterschriften.

Schon im Dezember wurden deshalb in einigen Geschäften die Preise auf Tampons und Binden gesenkt. Doch was dann geschah, ist Kapitalismus live: So haben einige Konzerne, welche die Tampons produzieren, plötzlich ihre Preise erhöht – teilweise über 10 Prozent und mehr.

Dazu gehört beispielsweise der Hersteller „Johnson&Johnson“, der den Tampon-Marktführer „o.B.“ (für: ohne Binde)“ produziert. Als Grund werde eine verbesserte Qualität der Produkte genannt. Handelsketten wie DM oder REWE betonten, die Preiserhöhungen der Hersteller nicht weitergeben zu wollen. – Es fragt sich wie lange.

In England kostenlos

Einen anderen Weg geht England. Ab Montag werden alle Grundschulen, weiterführenden Schulen und Hochschulen in England mit kostenlos erhältlichen Perioden-Produkten versorgt, darunter umweltfreundliche wiederverwendbare Binden und Menstruationstassen.
Das Programm ist Teil eines Plans des Bildungsministeriums, „Periodengleichheit“ zu fördern.

Studierende können die benötigten Produkte kostenlos mitnehmen, während die Lehrenden Zugang zu einem Online-Portal haben, auf dem sie bei Bedarf Zubehör bestellen können.