Die Kampagne des Verteidigungsministeriums soll die Bevölkerung an den Anblick von Soldaten gewöhnen. Initiativen fordern jedoch kostenloses Bahnfahren nicht nur für Angestellte des Militärs, sondern für alle Menschen.

Immer häufiger sieht man sie in den Zügen und Bahnhöfen Deutschlands. Besonders an Wochenenden sind sie zu sehen: SoldatInnen der Bundeswehr. Seit Januar diesen Jahres können SoldatInnen in Uniform kostenlos Bahn fahren.

Ziel dieser Kampagne ist es, derjenigen Bevölkerung, die dem Krieg eher misstrauisch gegenübersteht, Krieg und Militarismus wieder näher zu bringen. „Das ist eine wichtige Wertschätzung für unsere Soldaten und ein starker Beitrag für die Verankerung der Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft“, sagte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt.

Das Verteidigungsministerium hat für die SoldatInnen rund 300.000 Tickets gekauft, von denen Mitte Januar bereits rund 130.000 eingelöst wurden. Sie werden eingelöst, indem die SoldatInnen sie im internen Netz der Bundeswehr buchen und dann am Bahnschalter gegen normale Bahntickets eintauschen. Diese werden dann privat genutzt, da Dienstreisen schon immer von der Bundeswehr gezahlt wurden.

Freie Fahrt nur für uniformierte SoldatInnen? – Nein, für alle!

Schon seit längerer Zeit fordern verschiedene Initiativen einen kostenlosen Bahnverkehr für alle, auch wenn sich diese Forderung oftmals zunächst auf den Nahverkehr beschränkt. Mit der Klimabewegung haben ihre Forderungen noch mehr UnterstützerInnen dazugewonnen.

Ihre Argumente sind, dass der ÖPNV das Klima schont, die soziale Teilhabe erst möglich macht und dass Mobilität zu den Grundrechten gezählt werden sollte. Zur Umsetzung dieser Forderung ist zudem ein weitreichender Ausbau des ÖPNV-Netzes notwendig, was gerade für ländliche Regionen unerlässlich ist.

Um sich für diese Forderungen stark zu machen, hat das Solidaritätsnetzwerk für den 15. Februar einen bundesweiten Aktionstag für kostenlosen Nahverkehr geplant. In verschiedenen Städten sind bereits Aktionen geplant wie z.B. eine Demonstration der „Kölner Verkehrs Veränderungs Bewegung“ (KVVB) durch die Kölner Innenstadt.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.