„Klima brennt, Uni brennt“ war das Motto einer studentischen Vollversammlung an der LMU München. Mit wem die Uni kooperiert, woran sie forscht, was das mit der Klimakrise zu tun hat, sollte das Thema sein. Stattdessen waren die Studierenden damit beschäftigt, Wege aus dem Hörsaal zu suchen, in den sie eingeschlossen wurden.

Vollversammlungen einzuberufen ist andernorts vollkommen selbstverständlich das Recht der Studierendenschaft. Nicht so an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Als die Studierenden sich dieses Recht erobern wollten und dennoch eine VV einberiefen, griff die Uni zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Wie unartige Kinder sperrte der zuständige Dezernatsleiter die etwa 80 schon vor Versammlungsbeginn anwesenden Studierenden ein. Wobei darauf hingewiesen sei, dass „Einsperren“ nicht zu den Erziehungsmethoden zählt, von denen aktuelle Ratgeber berichten. Die Süddeutsche spricht von Schwarzer Pädagogik aus „vordemokratischen Zeiten“.

Der zuständige Dezernatsleiter für Liegenschaften und Technik ist Matthias Fahrmeir. Es sei nicht Aufgabe der LMU, den Studierenden Räume für allgemeinpolitische Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, auch nicht mit Anmeldung. Private SecuritymitarbeiterInnen sorgten entschieden dafür, dass die Türen verriegelt blieben. Der Presse wurde ebenso der Zutritt verwehrt.

Die Eingesperrten fanden letztlich den Weg, über Fluchttüren den Raum zu verlassen. Zwischenzeitlich waren sie aber derart verzweifelt, dass sie sich per Handy darüber berieten, die Polizei einzuschalten.

Die Uni gibt sich nun in Statements unparteiisch, will sich wegen der Freiheit von Forschung und Lehre nicht positionieren. Auf die Kritik, dass die Uni auch von RWE finanziert wird und an Kriegsmitteln forscht, geht die LMU nicht ein. Die Studierenden planen weitere Aktionen und äußerten gegenüber der Süddeutschen Zeitung, auch Besetzungen nicht auszuschließen.