Seit September 2019 herrschen extreme Buschfeuer im Südosten Australiens. Vielerorts wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die Feuer haben nicht nur massive Auswirkungen auf die Bevölkerung, sondern heizen die Klimakrise weiter an.

Die Waldbrände an der Ostküste Australiens haben bereits rund 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gepumpt. Das geht aus Zahlen des „Copernicus Atmosphere Monitoring Service“ hervor.

Dies entspricht zusammen genommen den jährlichen Emissionen der 116 emissionsärmsten Länder der Welt. Bereits jetzt umfasst der Ausstoß drei Viertel der Treibhausgasemissionen Australiens im Jahr 2019.

Die Fläche, die in den letzten Wochen verbrannte, hat Berichtens zufolge bereits mehr als 10 Millionen Hektar betragen. Das ist schon weit mehr als bei den den verheerenden Bränden im südamerikanischen Amazonasgebiet im letzten Jahr. Damals wurden rund 7 Millionen Hektar verbrannt.

Ein Professor der Universität Sydney schätzt, dass mehr als eine Milliarde Tiere bei den Bränden getötet wurde, basierend auf früheren Schätzungen der Säugetier-, Vogel- und Reptilienpopulationen in den betroffenen Regionen.

Klimakrise wird angeheizt

Der Klimawandel löst nicht unmittelbar Waldbrände aus. Aber steigende Temperaturen und weniger Regen trocknen Bäume, Pflanzen und Böden aus – sie verwandeln sie in Zündstoff, der Brände verstärken kann, wenn sie ausbrechen.

Ein Bericht der australischen National Science Agency und des Bureau of Meteorology aus dem Jahr 2018 kommt zu dem Schluss, dass der Klimawandel zu den sich verschlechternden Brandbedingungen des Landes beigetragen hat, da die Durchschnittstemperaturen um mehr als 1 ° C gestiegen sind.

Diese gewaltigen Brände heizen wiederum den Klimawandel erneut an. Wenn Bäume und Pflanzen brennen, setzen sie den Kohlenstoff frei, der in ihren Stämmen, Blättern, Zweigen und Wurzeln gespeichert ist. Dies führt zu einem Teufelskreis, der die Auswirkungen des Klimawandels immer weiter verschärft.


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