Viele deutsche Städte werden für Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft zu immer weniger sicheren Orten. Die Täter sind zumeist deutsche Männer.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ist die einzige Strafverfolgungsbehörde in Europa, die eine explizite Zuständigkeit für Gewalt gegen LGBT hat. Markus Odwald, der zuständige Staatsanwalt, hat schlechte Neuigkeiten: Die Angriffe auf Personen der LGBT-Gemeinschaft nehmen rasant zu, die Aufklärungsquote sinkt.

Allein in Berlin verzeichnete die Behörde für die ersten drei Quartale 2018 184 Straftaten mit homo- oder transfeindlichem Hintergrund. 2019 waren es im selben Zeitraum schon 261 Fälle. Die meisten der Straftaten sind verbale Angriffe, aber auch Körperverletzungen wurden angezeigt.

Ebenfalls Sachbeschädigungen fallen mitunter in die Statistik. So ist zum Beispiel zu entnehmen, dass auch Mahn- und Denkmale queerer Personen vermehrt zerstört oder beschäftigt werden.

Dass in Berlin die Zahl der Straftaten am höchsten ist, hat womöglich weniger damit zu tun, dass dort auch die meisten Angriffe passieren. Tatsächlich gibt es schlicht an kaum einem anderen Ort spezielle Anlaufstellen, die sicherstellen, dass queerfeindliche Hasskriminalität auch als solche geahndet wird. Dennoch sei die steigende Zahl der Straftaten keinesfalls nur auf größere Anzeigebereitschaft zurückzuführen, sondern auch auf das politische Klima, so ExpertInnen.


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