Es herrscht Krisenstimmung in der deutschen Wirtschaft: Der Einbruch der Industrieproduktion im Dezember 2019 um 3,5% ist der tiefste Fall seit Jahren.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Gesamtproduktion im Dezember rund 3,5% niedriger als im Vormonat. Die sogenannten WirtschaftsexpertInnen und AnalystInnen hatten einen leichten Rückgang von 0,2% vorhergesagt und sich bitter verschätzt. Besonders hart traf es den Maschinenbau und die Autoindustrie, aber auch das Baugewerbe, das ein Minus von 8,7% verbuchen musste.

Die deutschen Exportbetriebe mussten auch ganz schön was wegstecken: Der Umfang aller exportierten Waren legte zwar im Jahr 2019 um 0,8 Prozent auf 1,327 Billionen Euro zu, allerdings wurden damit die alten Wachstumsraten weit verfehlt. Im Vorjahr hatte es noch ein Plus von 3 Prozent und 2017 sogar ein Plus von 6,2 Prozent gegeben.

Mangelhafte Erklärungen für die Krise

Das Bundeswirtschaftsministerium versucht, die Lage herunterzuspielen und verweist auf die vielen Brückentage im Dezember, die für den Rückgang verantwortlich seien. Genauso stochert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit seinen Erklärungen im Dunkeln. Der Verband macht die Handelsbeziehungen Großbritanniens zur EU sowie das Coronavirus für die Wirtschaftskrise verantwortlich, wo doch der Brexit und das Aufkommen des Coronavirus beide im Januar 2020 stattfanden.

Im Angesicht der aktuellen Lage sind sich jedoch die WirtschaftsexpertInnen einig, dass auch das aktuelle Jahr tief von der Wirtschaftskrise geprägt sein werde. Hinzu kommen die bereits seit längerem geplante Massenentlassungen in zentralen Zweigen der deutschen Wirtschaft.