Letzten Mittwoch kündigte der türkische Diktator Erdogan eine militärische Offensive auf die nordsyrische Provinz Idlib an. Hunderttausende sind bereits auf der Flucht. Nun will er einen Syrien-Gipfel mit Deutschland, Frankreich und Russland. Dieser soll am 5. März stattfinden, der Ort ist dabei noch unklar.

Dem vorausgegangen ist eine türkische Eskalation der Situation in der nordsyrischen Provinz Idlib, um die es bei dem Gipfel hauptsächlich gehen soll. So hatte Erdogan der syrischen Regierung gedroht, Ende Februar eine Militäroffensive gegen ihre Truppen zu beginnen, sollten sich diese nicht zurückziehen. Damit will er islamisch-fundamentalistischen Kräften zu Hilfe kommen, die sich dort z.Zt. in der Defensive befinden.

Bereits am Freitag meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu, Erdogan habe die syrische Regierung zur Zurückhaltung aufgefordert. Am gleichen Tag habe der türkische Präsident in Telefonaten mit Angela Merkel, Emmanuel Macron und Wladimir Putin klar gemacht, dass er ein „günstiges Ergebnis für unser Land und unsere syrischen Brüder“ erzielen wolle. Macron und Merkel hatten am Tag zuvor mit Wladimir Putin telefoniert und ebenfalls ein sofortiges Ende der Kämpfe in Idlib gefordert.

Seit Ende Dezember sind seit den erneuten Kämpfen um Idlib mehrere hunderttausend Menschen aus Nordsyrien geflüchtet, oft in Richting Türkei. Diese unterstützt in dem Konflikt islamistisch-fundamentalistische Kräfte. Dazu gehört aktuell auch die in der Region nach wie vor starke Haiʾat Tahrir asch-Scham, eine Nachfolgeorganisation des syrischen Ablegers von Al-Qaida und vormals bekannt als al-Nusra-Front.


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