Die nicht lebensnotwendigen Operationen und Behandlungen wurden in vielen der 23 Unikliniken bundesweit verschoben und abgesagt. Nur eine Notfallversorgung wurde organisiert, denn ein großer Teil des medizinischen Personals bestreikte gestern die Unikliniken.

Laut der Ärztegewerkschaft Marburger Bund beteiligten sich bundesweit mehrere tausend ÄrztInnen an den Warnstreiks während der aktuellen Tarifrunde. Zu der zentralen Kundgebung in Hannover kamen mehr als 3.500 Streikende. In Kiel und Lübeck legten zudem auch hunderte Pflegekräfte die Arbeit nieder.

Der Marburger Bund fordert in der Tarifverhandlung für die 20.000 ÄrztInnen an den insgesamt 23 Unikliniken im Bundesgebiet mindestens sechs Prozent mehr Gehalt, sowie mehr freie Wochenenden und eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste.

Dabei soll einerseits eine automatische Erfassung der Arbeitszeit eingeführt werden und auf der anderen Seite festgeschrieben werden, dass die ÄrztInnen maximal an zwei Wochenenden im Monat Dienst haben. Zudem soll eine Neuregelung für Zusatzurlaub bei Nachtarbeit getroffen werden. Viele ÄrztInnen beklagen heute, dass sie 50-60 Stunden pro Woche arbeiten müssten.

Die Uniklinik Köln meldete, dass auf Grund der Streiks zwei Drittel aller geplanten Behandlungen und Eingriffe ausgefallen seien. In anderen Kliniken wie in Düsseldorf und Aachen sollen die Beeinträchtigungen deutlich geringer gewesen sein.

Dem Marbuger Bund zufolge sei der Warnstreik notwendig geworden, da die Bundesländer in den beiden bisherigen Verhandlungsrunden keine Bereitschaft erkennen ließen, konkrete Maßnahmen zur Entlastung der ÄrztInnen zu vereinbaren.