Fünf junge Klimaaktivistinnen nahmen einen Pressetermin beim Weltwirtschaftsforum in Davos wahr. Die Fotoagentur machte eine von ihnen unsichtbar: nur wenige Minuten zuvor hatte sich Vanessa Nakate dafür stark gemacht, die afrikanische Perspektive auf das Klima zu beleuchten.

Die 23-jährige Vanessa Nakate vertrat die junge Klimabewegung aus Uganda beim Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos. Bei einem Pressetermin sollten vor der Bergkulisse Fotos gemacht werden von fünf jungen Klimaaktivistinnen. Letztendlich veröffentlichten viele Zeitungen jedoch ein Bild von nur vier Klimaaktivistinnen, nämlich Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Loukina Tille und Isabelle Axelsson. Vanessa Nakate stand ganz links auf dem Foto und die Fotoagentur hatte sie schlicht heraus geschnitten.

So waren auf dem Foto nur noch die weißen Akivistinnen zu sehen. „Es ist doch offensichtlich, dass wir weniger wichtig sind, als diejenigen, die das Privileg haben, weiß zu sein.“, kommentierte Vanessa Nakate gegenüber der tagesschau.

Die Perspektiven zur Klimakrise aus dem afrikanischen Kontinent sichtbar zu machen, sei ihre Mission. „Der Amazonas brennt und die ganze Welt spricht davon! Kalifornien brennt und die ganze Welt spricht davon! Der Regenwald im Kongo brennt und ein junges Mädchen spricht davon! Menschen sterben in Afrika.“, erklärt sie in einem Tweet.

Mehr Rassismus in der Klimakampf-Berichterstattung

Der Fall der ausgeschnittenen Vanessa Nakate ist aber nicht der Einzige, der antirassistische AktivistInnen und die Schwarze Community empört.  Der Blog „Wir müssten mal reden“ beispielsweise  prangert zahlreiche Zeitungsartikel an.

Diese junge Frau stahl Greta Thunberg zunächst die Show“ oder dergleichen lauteten die Headlines von Artikeln, die über Natasha Mwansas Auftritt in Davos berichteten. Natasha Mwansa kam aus Sambia zum Klimagipfel, sie ist ebenfalls schwarz. Erst in der elften Zeile eines Artikels, der ihren Auftritt beschreibt, fällt ihr Name. Greta Thunberg hingegen erwähnten die AutorInnen zu diesem Zeitpunkt schon drei Mal.

„Also wenn weiße Menschen sich im Klimaaktivismus zentrieren und BiPoC [Black and Indigenous People of Colour, Anmerkung der Redaktion] komplett ignorieren, dann ist das normal? Aber wenn eine schwarze Frau es wagt, sich das Mic in die Hand zu nehmen, dann ist es ’show stehlen?'“ kommentieren die Autorinnen von „Wir müssten mal reden“ den Artikel.


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