Ausbeutung schmeckt nicht! – Schwarzer Freitag für McDonald’s und Starbucks! Unter diesem Motto organisiert die Initiative „Aktion gegen Arbeitsunrecht“ einen bundesweiten Aktionstag gegen miserable Arbeitsbedingungen in der Systemgastronomie.

Am kommenden Freitag wird es in Bamberg, Berlin, Hamburg, Köln, Plauen, Regensburg, Würzburg und Nürnberg Protestaktionen vor Filialen der beiden bekannten und bei vielen beliebten Systemgastronomien Starbucks und McDonald’s geben. Doch warum eigentlich?

Betriebsratsfreie Zonen & Union Busting

Sowohl McDonald’s als auch Starbucks sind quasi betriebsratsfreie Zonen. Der aktion ./. arbeitsunrecht“ zufolge gibt es 158 Starbucks-Filialen in Deutschland und nur in zweien davon in Berlin noch aktive und gewerkschaftsnahe Betriebsräte.

Die Initiative wirft dem Unternehmen vor, rücksichtslos und mit massiven Schikanen gegen Betriebsratsmitglieder vorzugehen. So muss einer der beiden Berliner Betriebsratsvorsitzenden zur Zeit fünf Kündigungsversuche abwehren. Andere Beschäftigte berichten von Zwangsversetzungen in 150 Kilometer weit entfernte Filialen und einer psychologischen Kriegsführung gegen MitarbeiterInnen.

Auch bei McDonald’s gibt es laut Arbeitsunrecht eine jahrzehntelange Tradition, mit allen Mitteln gegen Betriebsräte zu kämpfen. Schätzungsweise sind heute 95 Prozent der fast 1.500 deutschen Filialen ohne Betriebsrat. Heute würde zudem versucht, Betriebsratsgremien mit unternehmensnahen MitarbeiterInnen wie Schicht- und FilialleiterInnen zu besetzen.

Legale Kriminalität: Steuervermeidung

Die Initiative prangert außerdem an, dass beide Konzerne zu den Top-Steuervermeidern in Europa gehören. Beide zahlen in Deutschland bzw. in Europa keine nennenswerten Steuern.

Die österreichische Zeitung Kontrast berichtet, dass den europäischen Ländern allein zwischen 2009 und 2015 1,5 Milliarden Euro Steuern nur von McDonald’s entgangen sind. Und Starbucks soll dem Handelsblatt nach in den vergangenen Jahren weder in Deutschland, noch in Frankreich überhaupt nur einen Euro Ertragssteuern gezahlt haben.

Trotz gigantischer Umsätze und Gewinne und der hinzukommenden Extraprofite durch Steuervermeidung werden die MitarbeiterInnen extrem ausgebeutet. Dazu gehören miserable Niedriglöhne und weitere Schikanen wie die Kürzung von Weihnachtsgeld bei Krankmeldungen.

Systemgastronomie vs. Umweltschutz

Was weiter heftig kritisiert wird: Allein im Jahr 2017 produzierte die Systemgastronomie mehr als 350.000 Tonnen Verpackungsmüll. Seit 1994 steigerte sich diese Menge um 44 Prozent. Besonders negativ fällt hier auf, dass kaum etwas von diesem Müll recycelt werden kann.


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