Durch die Wirtschaftskrise in Zeiten von Corona haben bereits 470.000 deutsche Betriebe angezeigt, ihre ArbeiterInnen in Kurzarbeit zu schicken. Schon jetzt rechnet der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil damit, dass weit mehr ArbeiterInnen betroffen sein werden als zur Krise 2008/09.

Kurzarbeit bedeutet, dass ArbeiterInnen eine Zeit lang weniger Arbeitsstunden leisten. Die Unternehmen reduzieren die Lohnzahlungen entsprechend – wer z.B. nur noch 50 % arbeiten kann, bekommt nur die Hälfte seines Lohns. Die Bundesagentur für Arbeit (BA), also der Staat, stockt den ausbleibenden Lohnanteil nach Antrag dann mit 60% , ab einem Kind mit 67% des entsprechenden Lohns auf.

Schon jetzt haben 470.000 Betriebe angezeigt, Beschäftigte in Kurzarbeit zu schicken. Wie viele ArbeitnehmerInnen davon genau betroffen sind und welche Summen die Bundesagentur für Arbeit zahlt, ist noch unklar.  Denn es müssen nicht alle Beschäftigten eines Unternehmens in Kurzarbeit gehen, und auch das Ausmaß, in dem ihre Stunden reduziert werden, ist variabel. Es sei auf alle Fälle damit zu rechnen, dass weit mehr ArbeiterInnen mit diesen Maßnahmen leben müssen als in der Wirtschaftskrise 2008/09.

In der aktuellen Situation hat die BA bekannt gegeben, Kurzarbeitsgelder ohne Limit auszuschütten. Das sei möglich, denn sie habe lange Zeit „solide gewirtschaftet“.

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Arbeitslosigkeit steigt

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, prognostiziert für April bis zu 200.000 mehr arbeitslos Gemeldete. Dazu zählen allerdings noch gar nicht  die Vielen, deren Existenz bereits durch einen Arbeitsverlust bedroht ist: beispielsweise Studierende, die mit Jobs in der Gastronomie ihr Leben finanzieren oder „DazuverdienerInnen“ in Familien. Vor allem ArbeiterInnen im Gaststättengewerbe und Tourismus sind betroffen.


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