Durch weniger Verkehr und Industrie-Produktion ist die Luftverschmutzung in Europa in den letzten Monaten stark zurück gegangen. Doch die Wasserqualität hat sich entgegen vieler Videos im Internet noch nicht verbessert.

Als in Italien die Ausgangssperre verhängt wurde, gingen unter anderem Bilder von wieder klarem Wasser in den Kanälen Venedigs durch die sozialen Netzwerke. Es kursierten sogar Falschmeldungen über Delfine in ihnen.

Diese Beobachtungen sind jedoch nicht auf eine bessere Wasserqualität zurückzuführen. Vielmehr hat der Rückgang des Tourismus dafür gesorgt, dass weniger Boote und Kreuzfahrtschiffe die Gewässer durchqueren und bestimmte Ablagerungen auf den Böden dadurch nicht an ihre Oberfläche gelangen.

Was sich jedoch eindeutig messbar nachweisen lässt, ist eine reduzierte Luftverschmutzung in einigen europäischen Städten. Dem entsprechen die Daten der „European Space Agency“ (ESA) und ihres „Copernicus Sentinel-5P“- Satelliten über die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft zwischen dem 14. und 25. März 2020.

Der Vergleich zum selben Zeitraum im letzten Jahr ergibt dabei für die drei europäischen Metropolen Paris, Madrid und Mailand einen Rückgang des Schadstoffs um mindestens 40 Prozent. Er wird für Herz- und Atemwegserkrankungen verantwortlich gemacht und wird vor allem von Autos und Kraftwerken ausgestoßen.

Sowohl Verkehr und Industrieproduktion waren in den letzten Wochen in verschiedenen Ländern zurückgegangen. WissenschaftlerInnen warnen jedoch trotzdem vor der Überschätzung dieser Entwicklungen und ihrer langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt.


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