Unter dem Deckmantel des legal eingetragenen Vereins organisieren sich Rechtsradikale und trainieren für den Tag des Umsturzes. Nun soll einer der Mitgründer von Uniter einen neuen Posten bei der Kriminalpolizei bekommen haben – und die Behörden drücken beide Augen zu.

Der ehemalige Verfassungsschützer Ringo M. arbeitet seit Kurzem für die Kriminalpolizei in Baden-Württemberg. Er war in den Jahren 2015 bis 2019 für das dortige Landesamt für Verfassungsschutz tätig, wo er nach den Enthüllungen um den Verein „Uniter“, bei dem er zeitweise Vorsitzender war, vorübergehend in eine andere Abteilung versetzt wurde.

Jüngst wurde der Verein vom Verfassungsschutz zum sogenannten „Prüffall“ erklärt. Uniter soll sich aus rechten ehemaligen und aktiven Soldaten, Reservisten, Mitgliedern des Verfassungsschutzes und der Eliteeinheit der Bundeswehr, dem Kommando Spezialkräfte (KSK), rekrutiert haben. Diese bereiteten sich auf vielfältige Art auf ein Bürgerkriegsszenario, den „Tag X“, vor. Unter anderem legten sie Waffendepots an und führten militärische Übungen durch.

Ein anderer führender Kopf des Vereins, Franco A., muss sich vor Gericht wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz verantworten. Bei ihm wurden diverse Waffen, Munition und Sprengkörper gefunden. Erst nach diesen Strafanzeigen und der Medienberichterstattung ist dem Verein Uniter e.V. nun auch die Gemeinnützigkeit entzogen worden.

„Keine Hinweise auf extremistische Gesinnung“

Laut eigener Aussage ist Ringo M. seit 2019 nicht mehr Mitglied von Uniter. Auch das Innenministerium will den Mitbegründer des Vereins mit Verbindungen zur militanten Neonazi-Szene von seinen alten Sünden reinwaschen. Es teilte mit, dass es bei einer Sicherheitsüberprüfung „keine Hinweise auf eine extremistische Gesinnung des Mitarbeiters gegeben“ habe.


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