Viele Einschränkungen nehmen Menschen dieser Tage weltweit in Kauf. Grundlegende Freiheiten werden von den Staaten eingeschränkt und die Menschen haben das zu akzeptieren. Nun erklärte das meinungsführende Robert-Koch-Institut (RKI), dass diese Einschränkungen im „extremen Fall“ bis zu zwei Jahre andauern könnten. Derweil schließen in Deutschland Autofabriken.

In den letzten Tagen erleben wir in Deutschland  eine rasante Einschränkung des öffentlichen Lebens und bürgerlicher Freiheiten. Dazu gehören Reiseverbote, Schulschließungen, Demonstrationsverbote. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit passiert das.

Am Montag verhing der französische Präsident, Emanuel Macron, eine Ausgangssperre. So schnell wie die Gesetze kommen bzw. kamen, entsteht eine Frage: Wann werden diese Gesetze wieder zurückgenommen? Wann ist es möglich, dass wir wieder unbeschwert reisen können oder unsere Freunde und Familien treffen können?

RKI: Maßnahmen könnten bis zu zwei Jahren andauern

Am gestrigen Tag vermeldete dann das Robert-Koch-Institut, dass dieser Zustand von staatlichen Einschränkungen noch zwei Jahre andauern könnte: „Im extremen Fall bestünde diese Möglichkeit“, äußerte der RKI-Vorsitzende Lothar Weise.

Zu Beginn der Pandemie verkündeten viele Nachrichten, dass die schlimmsten Wellen Anfang August vorbei sein sollten. Doch dem Institut zufolge verliefen solche Pandemien in Wellen: Die Jetzige werde ihren Höhepunkt mit 60-70% infizierter Menschen wahrscheinlich erst in Monaten oder noch später erreicht haben. Natürlich hänge das von der Entwicklung eines Impfstoffs ab. Doch auch hier streiten sich gerade die USA und Deutschland, wer den Fortschritt der Entwicklung finanziell unterstützt – und damit Anspruch auf das Präparat erheben kann.

Das Robert-Koch-Institut ist das am häufigsten zitierte, deutsche Institut in Sachen Corona. Erst gestern schätzte es die Gefährdung der Bevölkerung von „mäßig“ auf „hoch“ ein. Ebenso wird das RKI als ausschlaggebender Ratgeber für die Gemeinden und Städte gesehen. Im Interview mit dem ZDF bestätigte Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, diese Annahme.

Autofabriken schließen

Mittlerweile haben die großen Autobauer VW und Ford angekündigt, ihre Produktion einzustellen. Bei VW soll dies ab Freitag geschehen, bei Ford am Donnerstag. Auch IKEA kündigte an, seine Warenhäuser zu schließen.

Zuvor hatten auch in Frankreich diverse Autobauer angekündigt, ihre Werke herunterzufahren. Im spanischen Vitoria-Gasteiz hatten gestern 5.000 ArbeiterInnen die Fabrik von Mercedes in einem wilden Streik verlassen. Auch in Italien hatten ArbeiterInnen massenhaft die Arbeit niedergelegt. Sie beklagten, dass Großkonzerne um des Profit willens weiter produzierten, während das restliche öffentliche Leben strikt eingeschränkt werde.