Wirtschaftskrise, Ölpreisverfall und Corona. Die Schlagworte der letzten Tage sind sehr drastisch. Der Virus nimmt die globale Weltwirtschaft immer mehr in die Mangel und auf der anderen Seite ist der Ölpreisverfall. Wie kam es dazu und wie wird es uns VerbraucherInnen treffen?

Der „Schwarze Freitag“ in Deutschland

In sämtlichen Nachrichten wird der 8.3. als „Schwarzer Montag“ bezeichnet. Die Börsen sackten in vielen Ländern ab. Scheinbar macht sich unter den Aktionären eine größere Panik breit, welche Auswirkungen das Corona-Virus auf die Wirtschaft haben wird. Somit wurden viele Wertpapiere verkauft. Am stärksten sind die Banken von den Einbrüchen betroffen.

Am Montag fielen diese Papiere um bis zu 14% nach unten. Im Jahr 2010 jubelte die deutsche Börsenwelt, als der DAX 6.000 Punkte erreichte. Innerhalb von nur zehn Jahren verdoppelte sich dieser Wert sogar. Seit dem Aufkommen des Corona-Virus stürzte er von 14.000 Punkten auf knapp über 10.000 Punkte.

Die deutsche Regierung verspricht, diesem freien Fall entgegenwirken zu wollen, indem Kredite, Investitionen und KurzarbeiterInnengeld ausgestellt werden sollen. Das nationale Beispiel Deutschlands zeigt nur einen kleinen Ausschnitt, wie das Virus die Märkte beeinflusst und wie die Regierungen und Ökonomen versuchen, eine weitere Krise zu verhindern.

Der Ölpreisverfall

Neben den gesamten nationalen Märkten befindet sich ein weiterer Handelswert im freien Fall: der Ölpreis. Sein Verfall entstand nicht nur durch das Coronavirus, sondern durch eine internationale Handelsspannung zwischen Russland und Saudi-Arabien. Russland wollte seine Ölförderungen nicht verringern. Saudi-Arabien will andere Wettbewerber verdrängen und hat ein großes Problem mit der Ölpolitik Russlands. Daraufhin entschied Saudi-Arabien, die Ölförderung drastisch zu erhöhen.

Die Konsequenzen dieser Steigerung sind enorm: Ein Barrel Öl kostete am „Schwarzen Montag“ 32,83 US-Dollar. Am Handelsvortag (Freitag) lag der Preis noch bei 45,27 US-Dollar. Das ist ein Preisverfall von fast 30 Prozent. Für die Weltmärkte stellt das ein echtes Problem dar: Der Export des Öls bringt den Konzernen und Ländern kaum noch Gewinn. Somit steht bei einer Stabilisierung des niedrigen Preises eine wirtschaftliche Rezession (Abschwung) zur Debatte. Das trifft vor allem auch die USA, die sich zu einem führenden Öl-Exporteur gemausert haben.

Eine gute Nachricht hat dieser permanente Handelskrieg: Das Heizöl wird günstiger, und sogar der Dieselpreis könnte unter einen Euro fallen.


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