Der US-amerikanische Pharmakonzern „Gilead“ ist Hoffnungsträger in Sachen Coronavirus-Medikation. Das Medikament „Remdesivir“ soll in einer ersten – nicht klinischen – Studie zu Verbesserungen geführt haben. Gilead ist zwar ein Börsen-Riese, bekannt aber aus einem ganz anderen Grund: der Konzern hat mit seiner Marktmacht Medizin für tödlich Erkrankte zu Wucherpreisen verkauft.

Nach dem „Impfstoffstreit“ Mitte März gibt es nun Nachrichten des US-amerikanischen Pharmakonzerns Gilead. Gründonnerstag gab der Pharma-Riese in einem offenen Brief bekannt, dass sein Medikament Remdesivir bei einer Vielzahl der teilnehmenden Erkrankten „klinische Verbesserungen“ herbeigeführt habe.

Diese Untersuchung sei an einer sehr kleinen Zahl von PatientInnen mit starken Symptomen durchgeführt worden. Es handelt sich also nicht um eine klinische Studie, die verlässliche oder repräsentative Zahlen produziert. Weltweit laufen derzeit sieben klinische Studien, unter anderem in China, deren Ergebnisse es abzuwarten gilt.

Gilead verdient nicht an gesunden Menschen

Gilead Sciences hat ein Medikament gegen Hepatitis C für teures Geld vertrieben – bis die Nachfrage plötzlich einbrach. Die Erklärung ist so naheliegend wie folgenschwer: „Bei Infektionskrankheiten wie beispielsweise Hepatitis C verringert die Heilung die Zahl der verfügbaren Patienten sowie der Virusüberträger“. Nicht nur, dass bereits geheilte Menschen kein Medikament mehr nachfragen – es werden auch keine weiteren Menschen infiziert, die dann ebenfalls auf Medikamente angewiesen wären. Ergo: Gesunde Menschen schmälern den Profit des Pharmaunternehmens.

„Goldman Sachs“: Heilung ist geschäftsschädigend

Auf dem deutschen Markt war dieses Medikament, auf das die PatientInnen wegen des ansonsten lebensbedrohlichen Verlaufs von Hepatitis C angewiesen waren, für 40.000 Euro zu erwerben. Der damalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sprach über den Missbrauch von Marktmacht. Ähnliche Kritik äußerte die internationale Aids-Organisation in Bezug auf ein Medikament zur Behandlung von HIV-PatientInnen.


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